Politik | Ausland
28.04.2017

Trump will Verbote von Offshore-Bohrungen neu bewerten

US-Präsident will entsprechendes Dekret unterzeichnen. Auch ein Ausstieg aus dem Pariser Klima-Abkommen liegt auf dem Tisch.

US-Präsident Donald Trump will Verbote für Öl- und Gasbohrungen vor den Küsten der USA neu bewerten lassen. Dazu will der Präsident am Freitag ein entsprechendes Dekret unterzeichnen, wie Innenminister Ryan Zinke am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington sagte.

Sein Ministerium soll einen Plan auf den Prüfstand stellen, der für fünf Jahre vorschreibt, in welchen Gewässern gebohrt werden darf und in welchen nicht.

Trump geht damit erneut gegen zentrale umweltschutzpolitische Maßnahmen seines Vorgängers Barack Obama vor. Dieser hatte kurz vor dem Ende seiner Amtszeit Bohrungen in weiten Teilen der arktischen Gewässer und im Atlantik verboten.

Die Erschließung von neuen Öl- und Gasfeldern vor den Küsten der USA wird in einem Fünf-Jahres-Plan reguliert. Dieser gilt für den Zeitraum von 2017 bis 2022. Zinke soll ihn nun neu bewerten. Außerdem will Trump mit dem Dekret Obamas Maßnahme rückgängig machen, dass Teile der Arktis für Bohrungen gesperrt sind.

In den arktischen Gebieten der USA vor Alaska werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Allerdings sind die technischen und logistischen Anforderungen für Bohrungen extrem hoch. Nur wenige Firmen weltweit sind überhaupt in der Lage, Bohrungen in derlei Gefilden anzugehen.

Ausstieg aus Klima-Abkommen?

Dazu will der US-Präsident bald über einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen entscheiden. Er wolle dies in etwa zwei Wochen klären, sagte Trump am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Er bekräftigte den Vorwurf, dass die Vereinigten Staaten in dem Abkommen ungerecht behandelt würden. Länder wie China, Indien und Russland müssten viel weniger zahlen, um die armen Länder im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. "Es ist keine faire Situation, denn sie zahlen fast nichts und wir zahlen eine Menge Geld."

Trump hatte im Wahlkampf einen Ausstieg aus dem Abkommen angekündigt, das von seinem Vorgänger Barack Obama vorangetrieben worden war. Er kritisiert, dass es der US-Wirtschaft schade. Zuletzt hatte er sich allerdings offen gezeigt, an dem Abkommen festzuhalten, falls die USA bessere Bedingungen erhielten.

Der Pariser Weltklimavertrag sieht vor, den Anstieg der Erderwärmung auf maximal zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. China und die USA hatten als die beiden größten Verursacher des Treibhausgases CO2 erst im September das Abkommen ratifiziert.