Der Trump Tower in New York

© REUTERS/BRENDAN MCDERMID

USA
03/04/2017

Trump will abgehört worden sein, Obama dementiert

Ungeheure Anschuldigung von Trump - er soll von seinem Vorgänger bespitzelt worden sein. Der widerspricht.

Diese Anschuldigung enthält Zündstoff. Via Twitter bezichtigt Donald Trump seinen Vorgänger Barack Obama, sein Domozil - den Trump Tower in New York - abgehört zu haben.

Obama wies die Vorwürfe über seinen Sprecher Kevin Lewis zurück. Er habe niemals das Abhören von US-Bürgern angeordnet. "Weder Präsident Obama noch irgendein Verantwortlicher im Weißen Haus hat jemals das Abhören irgendeines amerikanischen Bürgers angeordnet", erklärte Lewis.

Einen Beweis blieb Trump freilich schuldig, der unter anderem wegen den immer wieder auftauchenden Russland-Verbindungen engster Vertrauter und Regierungsmitglieder schon früh in seiner Amtszeit unter Druck geraten ist. Das sei "McCarthyismus", meinte Trump. Laut ihm geschah die Abhöraktion im Oktober 2016, kurz vor den Präsidentenwahlen. Es wurde nichts gefunden - so Trump weiter.

Es ist freilich nicht das erste Mal, dass Trump eigenwillige Behauptungen ohne jeglichen Beleg in den Raum stellt und auch sein Vorgänger war immer wieder Ziel von Angriffen.

Der Begriff McCarthyismus stammt aus den 50er-Jahren und wurde eigentlich von einem Karikaturisten der Washington Post erfunden. In der so genannten McCarthy-Ära gab es ein wahre Hexenjagd gegen vermeintliche Unterstützer des Kommunismus und eine Welle der Bespitzelung und von Verschwörungstheorien.

Die Watergate-Affäre erschütterte Washington Anfang der 70er Jahre und führte zum Rücktritt des amtierenden republikanischen Präsidenten Richard Nixon. Im Watergate-Gebäudekomplex hatten die Demokraten seinerzeit ihr Hauptquartier. Dort wurden im Juni 1972 fünf Einbrecher überrascht, die offenbar dabei waren, Abhöranlagen zu installieren und Dokumente zu fotografieren. Ermittlungen ergaben, dass sie im Auftrag von Mitarbeitern aus Nixons Mannschaft handelten.

Vor allem zwei Journalisten der Washington Post waren maßgeblich an den Enthüllungen beteiligt, an deren Ende Nixon im Jahr 1974 seinen Rücktritt bekannt gab.

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