Donald Trump bei der zweiten Präsidentschaftsdebatte am 9. Oktober.

© APA/AFP/POOL/SAUL LOEB

TV-Debatte
10/10/2016

Trump: Sexistische Aussagen nur "Umkleidenkabinen-Gerede"

Kaum ist die zweite Wahlkampf-Debatte zwischen Donald Trump und Hillary Clinton gelaufen, hagelt es Kritik für den republikanischen Kandidaten. Aktuell lehnen sich Sportler gegen Trumps Wortwahl auf.

von Marlene Patsalidis

Im Vorfeld der zweiten Präsidentschaftsdebatte wurde Trump wiederholt aufgrund seiner sexistischen Haltung Frauen gegenüber kritisiert. Dabei wurde unter anderem auf seine beleidigenden Kommentare gegenüber der früheren Miss Universe Alicia Machado sowie auf ein Video, das zeigt, wie sich der Immobilienmilliardär vulgär über Frauen äußert, Bezug genommen. Der Clip, der vor elf Jahren aufgenommen wurde, sorgte nicht nur für breite Empörung in der US-Bevölkerung, sondern veranlasste sogar Mitglieder der republikanischen Partei dazu sich von Trump abzuwenden.

"Gerede in der Umkleidekabine"

Um seinen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, versuchte sich der 70-Jährige beim zweiten TV-Duell von den Aussagen zu distanzieren, zuvor hatte sich der Präsidentschaftskandidat bereits explizit für die Aussagen entschuldigt. Mit mäßigem Erfolg. Bereits bei seiner ersten Antwort auf die Frage des Moderators spielte er die Aufnahmen gezielt herunter. "Das war Gerede in der Umkleidekabine", sagte er. Im Englischen verwendete Trump den Begriff "locker room talk".

Daraufhin versuchte er das Thema zu wechseln und sprach über den Kampf gegen den IS. Schließlich holte er nochmals zum Gegenangriff aus und verglich seine Bemerkungen über Frauen mit den unbewiesenen Anschuldigungen gegen Bill Clinton. "Ich habe nur Worte benutzt, er jedoch hat Taten durchgeführt", sagte Trump. Was Präsident Clinton getan hatte, sei sehr viel schlimmer gewesen.

US-Sportler erbost

In einer unmittelbaren Reaktion auf die Wortwahl des Politikers zeigten sich US-Sportler empört und machten ihrem Unmut sogleich auf Twitter Luft. Als Sportler wüssten sie wohl besser über das übliche Gerede in Umkleidekabinen Bescheid - Frauenfeindlichkeit zähle bestimmt nicht dazu.

Der US-amerikanischer NBA-Profi Jamal Crawford stellte Trumps Aussage mit einem simplen Tweet in Frage:

US-Fußballspieler Robbie Rogers wurde noch deutlicher und fasste Trumps Worte als persönliche Beleidigung auf:

Baseballspieler Sean Doolittle twitterte: "Als Athlet habe ich mein gesamtes Erwachsenenleben in Umkleiden verbracht und ehm, das ist kein Kabinen-Gerede.":

Die ehemalige Hürdenläuferin Queen Harrison verurteilte Trumps Wortwahl mit folgendem Tweet:

Auch zahlreiche andere Sport-Profis zwitscherten zum Thema:

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