Politik | Ausland
03.04.2017

Trump lobt EU-Zusammenhalt nach Brexit

US-Präsident vor Treffen mit China: USA ist auf Alleingang gegen Nordkorea vorbereitet.

US-Präsident Donald Trump hat die Europäische Union für ihre Reaktion auf das Brexit-Votum gelobt. Die EU mache "sehr gute Arbeit", sagte Trump in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Financial Times". Er habe nach der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt zunächst gedacht, dass weitere Länder folgen würden, "aber ich glaube wirklich, dass die Europäische Union die Kurve kriegt".

Seit dem überraschenden Votum der Briten habe die Europäische Union "sehr gute Arbeit" geleistet, die Mitgliedstaaten "wieder zusammenzuführen". In der EU herrsche nun "ein anderer Geist des Zusammenhalts". Er rechne damit, dass die Brexit-Verhandlungen für beide Seiten gut ausgehen würden, sagte Trump der "Financial Times".

Die neuen Äußerungen des US-Präsidenten stehen im Widerspruch zu einem Interview, das er vor seiner Amtseinführung im Jänner den Zeitungen "Bild" und " The Times" gegeben hatte. Darin hatte er den Brexit als "großartige Sache" bezeichnet und erklärt, er rechne damit, dass weitere EU-Staaten dem Vorbild Großbritanniens folgen würden.

Trump versucht Druck auf China zu erhöhen

Trump erhöht vor dem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping den Druck, gemeinsam gegen Nordkorea vorzugehen. " China hat großen Einfluss auf Nordkorea. China wird uns entweder mit Nordkorea helfen oder nicht. Wenn sie es tun, ist das sehr gut für China, wenn nicht, ist es für niemanden gut", so Trump im Interview.

Auf die Frage, welche Anreize er China dafür bieten werde, antwortete Trump: "Handel ist der Anreiz. Es geht um Handel." Im Zweifelsfall seien die USA auch auf einen Alleingang gegen Nordkorea vorbereitet. Wenn China nicht in der Lage sei, das Problem zu lösen, dann würden die USA es tun, sagte Trump.

Den USA bereitet vor allem das Atomwaffenprogramm Nordkoreas Sorgen. Vize-Sicherheitsberaterin K.T. McFarland sagte der Zeitung, es sei möglich, dass Nordkorea bis zum Ende der ersten Amtszeit Trumps über mit Atomwaffen bestückbare Raketen verfüge, welche die USA erreichen könnten. China ist einer der wenigen Verbündeten der Regierung in Pjöngjang. Die Volksrepublik hat in der Vergangenheit zwar einige Schritte unternommen, um den ökonomischen Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Doch mit weiteren Maßnahmen hielt sich das Land bisher zurück.

Trumps Sicherheitsberater schlossen einem Regierungsvertreter zufolge einen Bericht zu den Optionen der USA ab, um das Atomprogramm Nordkoreas einzudämmen. Darin seien eine Reihe von wirtschaftlichen und militärischen Maßnahmen enthalten, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Schwerpunkt liege jedoch darauf, neue Sanktionen zu erlassen und verstärkten Druck auf China auszuüben. Unklar sei, ob Trump der Bericht vorliege, hieß es weiter.