Präsidentschaftskandidat Donald Trump

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Sadiq Kahn
05/10/2016

Trump ließe muslimischen Bürgermeister einreisen

Im Wahlkampf hatte der Republikaner noch ein generelles Einreiseverbot für Muslime angekündigt.

Die Wahl eines Muslimen zum Londoner Bürgermeister hat US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump zu einem Zugeständnis veranlasst. Sein geplantes Einreiseverbot für Muslime in die USA werde für den neuen Londoner Bürgermeister Sadiq Khan nicht gelten, sagte Trump der New York Times in einem am Dienstag veröffentlichten Interview: "Es wird immer Ausnahmen geben."

Abfällig über Muslime geäußert

Der US-Republikaner hatte Ende vergangenen Jahres nach einem islamistischen Anschlag in kalifornischen San Bernadino angekündigt, als Präsident allen Muslimen die Einreise in die USA zu verwehren. Im Wahlkampf hatte sich Trump wiederholt abfällig über Muslime geäußert.

Der Londoner Bürgermeister hatte nach seiner Wahl in der vergangenen Woche gegenüber dem britischen Time Magazine die Befürchtung geäußert, unter einem Präsidenten Trump wegen seines Glaubens nicht in die USA gelassen zu werden. Dabei würde er sehr gerne Kontakte zu US-Bürgermeistern aufbauen, sagte Khan, dessen Eltern aus Pakistan stammen, "konservative Strategen dachten, dass ihnen diese Taktik das Bürgermeisteramt in London gewinnen würde. Sie lagen falsch. Ich bin überzeugt, dass es mit Donald Trumps Zugang in den USA nichts zu gewinnen gibt". Der Wahlkampf rund um das Amt des Londoner Bürgermeisters war durch eine Schmutzkübelkampagne des konservativen Tory-Kandidaten Zac Goldsmith geprägt. Er versucht Sadiq Khan aufgrund seiner Herkunft und Religion bei bestimmten Wählerschichten anzupatzen.

Khan: "Gemäßigte Muslime verärgern"

Von Trumps Einreise-Zusage zeigte sich Khan unbeeindruckt. "Es geht hier nicht um mich - es geht um meine Freunde, meine Familie und um jeden, der einen ähnlichen Hintergrund hat wie ich", erwiderte der britische Politiker. "Donald Trumps Ignoranz hinsichtlich des Islam könnte unsere beiden Länder unsicherer machen - sie könnte gemäßigte Muslime weltweit verärgern und den Extremisten in die Hände spielen."

Trump bewertete Khans Wahl in seinem Interview mit der "New York Times" prinzipiell positiv: "Ich glaube, das ist eine sehr gute Sache, und ich hoffe, dass er sehr gute Arbeit macht, weil das sehr, sehr gut wäre." Der umstrittene Immobilienmogul wird aller Voraussicht nach im Juli zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner gekürt.

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