Politik | Ausland
08.11.2017

Trump: "König von China" soll Nordkorea Druck machen

US-Präsident soll zur Lösung des Atomstreits Forderungen an chinesischen Amtskollegen stellen.

US-Präsident Donald Trump will bei seinem Besuch in Peking Regierungskreisen zufolge abermals auf ein entschlossenes Vorgehen Chinas gegen Nordkorea zur Lösung des Atomstreits dringen.

Trump werde China bei seinem Treffen mit Präsident Xi Jinping am Mittwoch auffordern, die finanziellen Verbindungen zu Nordkorea zu kappen und die Resolutionen der Vereinten Nationen (UN) umzusetzen, sagte ein ranghoher Vertreter des Präsidialamtes. Eine Lösung des Konflikts sei nur möglich, wenn Nordkorea seine Drohungen und Provokationen beende und sich in Richtung atomare Abrüstung bewege. Ohne ein atomwaffenfreies Korea sei kein Deal möglich.

China erklärte, dass sich das Land strikt an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates halte. Sollte es Verstöße dagegen geben, würden dieses untersucht, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. China sei weiterhin der Ansicht, dass der Konflikt im Dialog gelöst werden müsse.

Wirtschaftsabkommen zum "Aufwärmen"

Zu Besuch von Trumps Besuch in Peking sind am Mittwoch eine Reihe von Wirtschaftsabkommen mit einem Umfang von neun Milliarden US-Dollar (7,78 Mrd. Euro) unterzeichnet worden. Noch mehr sollen am Donnerstag folgen, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur China News am Mittwoch bei der Unterzeichnungszeremonie. Chinas Vizepremier Wang Yang ergänzte, es sei nur ein "Aufwärmen": "Die beste Show folgt morgen." 19 Abkommen seien in Bereichen wie Luftverkehr, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz geschlossen, berichtete China News.

China ist seine dritte Station einer zwölftägigen Asien-Reise. Zuvor hatte er in Südkorea überraschend eine Verhandlungslösung ins Spiel gebracht, aber auch Nordkorea vor weiteren Provokationen gewarnt. Ob Trump am Ende seiner Fernost-Reise Nordkorea als einen Staat brandmarken werde, der Terror unterstütze, sei noch unklar, sagte der Präsidialamtsvertreter.

Trump über China: Von Dieben, Feinden und dem "König von China"

Einst übte Donald Trump scharfe Kritik an China, doch zuletzt ist häufig sogar Bewunderung für seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu hören. Hier einige Zitate:

"Das Konzept des Klimawandels wurde von den Chinesen für sich geschaffen, um die amerikanische Produktion wettbewerbsunfähig zu machen." ( Twitter, 7. November 2012)

"Was sie den USA angetan haben, ist der größte Diebstahl der Weltgeschichte. Sie haben unsere Jobs genommen." (Fernsehinterview, 3. November 2015)

"Es gibt Leute, die wünschten, dass ich China nicht als unseren Feind beschreiben würde. Aber das ist genau, was sie sind. Sie haben durch billige Arbeitskräfte ganze Industrien zerstört, uns Zehntausende Jobs gekostet, unsere Unternehmen ausspioniert, unsere Technologie gestohlen und ihre Währung manipuliert und abgewertet, was unsere Importe teurer und manchmal unmöglich macht." (In seinem Buch "Great Again: Wie ich Amerika retten werde")

"Ich habe viele Freunde, großartige Produzenten, die nach China gehen wollen. Aber sie können es nicht. China lässt sie nicht. Wir reden von freiem Handel. Es ist kein freier Handel; es ist dummer Handel." (März 2016 Debatte der Präsidentschaftskandidaten)

"China hat großen Einfluss auf Nordkorea. Und China entscheidet sich entweder, uns mit Nordkorea zu helfen oder nicht. Wenn sie es tun, wird es sehr gut für China sein, und wenn nicht, wird es für niemanden gut sein." (Interview "Financial Times", 2. April 2017)

"Ich bin sehr enttäuscht über China. Unsere dummen früheren Führer haben ihnen erlaubt, für Hunderte Milliarden US-Dollar zu handeln, aber sie sie tun mit Nordkorea NICHTS für uns. Wir werden nicht länger zulassen, dass es so weitergeht. China könnte das Problem einfach lösen." ( Twitter, 30. Juli 2017)

"Habe mit Chinas Präsident Xi telefoniert, um ihm zu seinem außergewöhnlichen Aufstieg zu gratulieren" (Twitter, 26. Oktober 2017, nachdem der Parteikongress Xi Jinping auf eine historische Stufe mit Staatsgründer Mao Tsetung gestellt hat)

"Er ist ein mächtiger Mann. Ich meine, dass er ein sehr guter Mensch ist ... Einige Leute mögen ihn den König von China nennen, aber er wird Präsident genannt." (Fox-Interview, 25. Oktober, über Xi Jinping)

"Er ist wirklich sehr, sehr hilfreich gewesen" (Trump am Dienstag in Seoul zu Xi Jinpings Bemühungen in der Nordkorea-Krise)