Geschlossene Trump-Uni: Studenten wollen Geld zurück

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USA
03/04/2016

Trump im Kreuzfeuer holt sich nur Kratzer

Vorwürfe gegen den Republikaner.Seine Gegner suchen nach "Sündenfällen" des Kandidaten.

von Ingrid Steiner-Gashi

"Verhalte dich wie ein Präsident", soll Melania Trump ihrem Gatten in einem Anruf vor der elften TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donnerstagnacht geraten haben. Gewirkt hat es wenig. Donald Trump, exzentrischer Baumagnat mit Hang zu cholerischen Ausfällen, blieb seiner Rolle treu: Er beleidigte seine Gegner ("kleiner Marco und lügender Ted"), er schrie lauter als alle anderen und schlug wortreich wild um sich, sobald er in die Ecke gedrängt wurde.

Das geschieht nun immer öfter – Gegner in seiner eigenen republikanischen Partei stoßen in die offenen Flanken des Milliardärs. Mit allen Mitteln soll die Kandidatur Trumps für die Konservativen bei den Präsidentenwahlen im Herbst verhindert und dessen Glaubwürdigkeit angezweifelt werden.

Derzeit im Mittelpunkt: Die vor fünf Jahren geschlossene Trump-Universität. Dort wollten sich an die 5000 Studenten gegen viel Geld im Immobilienhandel unterweisen lassen. Dabei hofften sie unter anderem auf Tipps und Tricks – auch von "The Donald". Doch der erschien dort nie. Der Universität wurde schließlich die Lizenz entzogen. Eine zivilrechtliche Klage läuft: Trump soll den Studenten umgerechnet an die 40 Millionen Euro zurückzahlen. Die Universität sei "durchgehend betrügerisch und illegal" vorgegangen, sagte der Staatsanwalt bei Einreichung der Klage.

Billige Arbeitskräfte

Doch während Trumps Anhänger das rechtliche Hickhack um seine Universität wenig berührt, schmerzt ein anderer Vorwurf mehr: Für seine Hotels in Florida lässt der Trump-Konzern billige Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland einfliegen – während der 69-jährige Milliardär bei jeder Gelegenheit donnert: Mehr Jobs für Amerikaner.

Angesprochen auf diese schiefe Optik, konterte Trump barsch: "Das machen in Florida alle so."

Anfang der 90er-Jahre musste der Bauherr mit mehreren Kasinos Konkurs anmelden. Dadurch verloren Tausende Menschen ihre Arbeitsplätze, – und die parteiinternen Feinde des bombastischen Selbstdarstellers werden nicht müde, darauf herumzureiten. Doch in den USA ist ein Konkurs kein Schlusspunkt, sondern oft nur der Beginn einer reinigenden Neuaufstellung. Und so sehen Trumps Wähler in ihrem "Donald" auch nur einen, der sich erfolgreich aufrappelte und weiterkämpfte.

Großen Anklang bei den Zusehern der TV-Debatte fand Trumps Starker-Mann-Attitüde. Und eigentlich sah es so aus, als würde Trump ohne Rücksicht auf Verluste an Waterbording festhalten, sowie an der Idee, Familienangehörige von IS-Kämpfern töten zu lassen; Doch nun ruderte er nach scharfer Kritik seitens des Militärs zurück. Die USA sei an Verträge gebunden – er werde niemanden anweisen, diese zu brechen, zitiert ihn das Wall Street Journal.

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