Politik | Ausland
14.05.2017

Trump: "Bei Steuern bleibt alles kompliziert"

Trump erfindet wirtschaftliche Metaphern, die eigentlich jedermann kennt, und will NAFTA nicht aufkündigen, obwohl alles daran schlecht ist.

In einem Interview mit dem Wirtschaftsblatt The Economist erklärte Donald Trump seine wirtschaftlichen Visionen bzw. tat er es eigentlich nicht. Vielmehr schweifte er im Gespräch ab oder bringt Altbewährtes aus dem Wahlkampf. Oder er lässt seinen Finanzminister Mnuchin reden. "Dabei tritt Trumps Unkenntnis von elementaren Fakten und Zusammenhängen deutlich zutage. Trump scheint all das nicht einmal zu bemerken. Der Kaiser ist nackt, aber es ist ihm egal", schreibt Spiegel-Kolumnist Christian Stöcker.

Ein Beispiel. Trump verwendet das Bild von „priming the pump“ (eine Metapher für wirtschaftliche Zusammenhänge, wo gemeint ist, dass man Wasser in einem Pumpe gießt, um sie zum Laufen zu bringen). Trump erklärt so eine vorübergehenden Erhöhung es Haushaltsdefizits und sagt dem Economist-Reporter, dass er sich die Redewendung „vor ein paar Tagen ausgedacht und sie gut gefunden hat“ - obwohl sie allgemein bekannt ist (Trump kannte sie bis vor wenigen Tagen nicht).

Der Frage, ob Zinszahlungen auch in Zukunft auf die Unternehmenssteuer auswirken würden, erklären Trump und Mnuchin, auch bei wiederholten Nachfragen, dass sie darüber nachdenken würden. Für Trump sei die "Einfachheit" wichtig, denn „selbst wenn man es bei Steuern einfach macht, bleibt es kompliziert“.

Zum NAFTA-Abkommen, das Trump ursprünglich aufkündigen wollte, erklärt er, dass Ihn der kanadische Premier Trudeau und er mexikanische Präsident angerufen hätten, um mit ihm über NAFTA zu sprechen. Trump will NAFTA nun doch nicht aufkündigen, obwohl alles daran schlecht ist, wie er in dem Interview erklärte.

Übrigens kommt gezählte 53 Mal der Begriff „You know“ (also „Wissen Sie“) vor, wobei das eher nichts damit zu tun hat, dass der Präsident irgendetwas wüsste, vermutet der Spiegel.