Politik | Ausland
04.10.2017

"Trottel": Tillerson dementiert Rücktritts-Bericht

Im Juli soll der US-Außenminister einen Rücktritt erwogen und sich abfällig über den Präsidenten geäußert haben, berichtet der US-Sender NBC. Tillerson dementiert.

US-Außenminister Rex Tillerson stand einem Medienbericht zufolge wegen wachsender Spannungen mit Präsident Donald Trump im Sommer kurz vor dem Rücktritt. Vizepräsident Mike Pence und andere Spitzenvertreter der Regierung hätten sich jedoch eingeschaltet und Tillerson überredet, im Amt zu bleiben, berichtete der Sender NBC am Mittwoch. Der Außenminister dementiert.

Lauc NBC trafen sich demnach mit dem Chefdiplomaten, nachdem dieser wenige Tage zuvor bei einer Sitzung mit Trumps Sicherheitsberatern und Kabinettsvertretern im Pentagon den Präsidenten offen kritisiert und einen "Trottel" genannt haben soll. Laut NBC sei das Wort "moron" gefallen, das mit "Idiot", "Volldepp", "Irrer" oder eben "Trottel" übersetzt werden kann.

Trump spricht von "Fake News"

Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter: "Wow, so viele Fake-News-Geschichten heute. Egal, was ich tue oder sage, sie werden die Wahrheit nicht schreiben oder sagen. Die Fake-News-Medien sind außer Kontrolle!" Der Tweet erschien kurz nach Veröffentlichung des NBC-Berichts. Es war nicht klar, welche Artikel Trump konkret dementierte. NBC berief sich auf aktive und ehemalige hochrangige Regierungsvertreter und andere Personen aus dem Umfeld Trumps. Das Präsidialamt lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem Sender ab. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, Tillerson habe im Juli nicht zurücktreten wollen und Trump auch nicht "Trottel" genannt.

Immer wieder Differenzen

Am Wochenende hatte Tillerson erklärt, die USA wollten ausloten, ob Nordkorea an einem Dialog interessiert sei. Wenig später erklärte Trump via Twitter, Tillerson verschwende seine Zeit. Auch in der Katar-Krise, die im Juni ihren Ausgang nahm, drängte Tillerson auf einen gemäßigteren Ton, als ihn der US-Präsident in Twitter-Meldungen anschlug.

Ende August distanzierte sich Tillerson von Trumps Reaktionen auf die tödlichen Auseinandersetzungen in Charlottesville. "Der Präsident spricht für sich selbst," sagte Tillerson damals. Dieses Mal stehe er aber fest hinter Trump. "Ich habe niemals in Erwägung gezogen, diesen Posten zu verlassen", sagte der Chefdiplomat.

Nach Tillersons Äußerungen am Mittwoch tendierten die US-Börsen fester. Spekulationen, Tillerson könnte seinen Posten verlassen, waren hochgekocht, nachdem er am Wochenende zunächst erklärt hatte, die USA wollten ausloten, ob Nordkorea an einem Dialog interessiert sei. Wenig später erklärte Trump via Twitter, Tillerson verschwende seine Zeit.