Politik | Ausland
15.12.2017

Tillerson fordert Freilassung von Reuters-Journalisten

Zwei Reportern drohen in Myanmar nach Recherche zu Rohingya bis zu 14 Jahren Haft.

Die US-Regierung hat sich nach den Worten von Außenminister Rex Tillerson für die Freilassung von zwei in Myanmar festgenommenen Reuters-Journalisten eingesetzt. Die US-Botschaft habe ihre Besorgnis über die Inhaftierung zum Ausdruck gebracht und ihre sofortige Freilassung gefordert, sagte Tillerson am Freitag zu Reportern.

Die beiden Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo wurden in dieser Woche in Myanmar von der Polizei verhaftet. Das Informationsministerium des Landes erklärte, dass ihnen "illegale Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Weitergabe an ausländische Medien" angelastet werde. Darauf steht eine Höchststrafe von 14 Jahren. Die Journalisten hatten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya gearbeitet.

Menschenrechte und Pressefreiheit

Die Freilassung der Reporter wurde auch von den Spitzen der Vereinten Nationen und des Europaparlaments gefordert. "Ich hoffe, dass die Behörden von Myanmar sie so schnell möglich wieder freilassen", sagte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani in Brüssel. "Der Fall sollte untersucht und die Menschenrechte und Pressefreiheit sollten respektiert werden", sagte der frühere Journalist. UN-Generalsekretär Antonio Guterres. "Die internationale Gemeinschaft sollte alles in ihrer Macht stehende tun, um die Freilassung der Reporter zu erreichen."

Seit August sind etwa 600.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingya auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin das Militär massiv gegen die Bevölkerungsgruppe zurückschlug. Die UNO hatte das ein Beispiel für "ethnische Säuberungen" genannt.