Politik | Ausland
31.03.2017

Tea-Party-Mitgründer: Trump "ist nun auf der Seite der Sumpf-Monster"

US-Präsident Donald Trump legt sich mit erzkonservativen Republikanern an, diese reagieren erbost.

Trump ist der Twitter-Präsident. So weit, so bekannt. Nun aber hat sich der US-Präsident ausgerechnet mit den treuesten Republikanern angelegt - dem Freedom Caucus, ein Zusammenschluss von republikanischen Abgeordneten im Kongress. Der Freedom Caucus werde dem ganzen Parteiprogramm schaden, wenn er nicht „schnell Teil der Mannschaft“ würde, schrieb der Republikaner am Donnerstag auf Twitter. „Wir müssen sie und die Demokraten 2018 bekämpfen.“

Auch wenn der Freedom Caucus eine relative kleine Gruppe von rund 30 Abgeordneten im Repräsentantenhaus ist, gehören seine Mitglieder mit zu den einflussreichsten. Sie sind quasi der verlängerte Arm der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung - und haben ihn maßgeblich bei seinem Weg in das Weiße Haus unterstützt. Diese Unterstützung fehlte allerdings bei der Abstimmung zu Trumps Krankenversicherungsplänen. Nicht weil sie glauben, Obamacare wäre besser als Trumpcare, sondern weil sie eine komplette Abschaffung der staatlichen Krankenversicherung fordern.

Sumpf-Monster

Mit seinem Tweet erklärte Trump seinen vormaligen Unterstützern nun den Krieg. Die Antwort kam prompt. Unter anderem meldete sich Tea-Party-Mitgründer Mark Meckler zu Wort und sagte: "Der Mann, der versprach 'den Sumpf trocken zu legen' scheint nun das 'Geschöpf aus der Schwarzen Lagune' zu sein." Meckler ergänzte: "Er ist jetzt auf der Seite des Sumpf-Monsters."

Aber auch auf Twitter musste sich Trump harsche Kritik anhören. Beispielsweise twitterte Justin Amash: "Es hat nicht lange gedauert, bis der Sumpf Donald Trump ausgetrocknet hat. Keine Scham Mr. President, irgendwann erliegt jeder dem Washingtoner Establishment."

Ebenfalls zu Wort meldete sich Michael Flynn Junior, Sohn des Kurzzeit-Sicherheitsberaters Michael Flynn - der bereit ist, über die Russland-Kontakte auszusagen, wenn er dafür Straffreiheit erhält - mit den Worten: "Warum stellt sich Trump auf eine Seite mit etablierten Republikanern und verrückten Demokraten?"

Diplomatischer ging der ranghöchste Republikaner im Kongress vor. Der Präsident des Repräsentantenhauses Paul Ryan zeigte sich besorgt, dass seine Partei Trump in die Arme der Demokraten treiben könnte. "Ich will nicht, dass das geschieht", sagte er dem Sender CBS. Trump ist zwar Mitglied der Republikaner, hatte jedoch im Wahlkampf immer wieder das politische Establishment der USA als Ganzes scharf angegriffen.