Politik | Ausland
30.04.2017

Rebellenbündnis rückt in IS-Hochburg Tabqa vor

Die vollständige Einnahme von Tabqa wäre ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Rückeroberung der IS-Hauptstadt Raqqa.

Knapp eine Woche nach dem Einmarsch in die nordsyrische Stadt Tabqa hat ein von den USA unterstütztes Rebellenbündnis nach Angaben von Aktivisten schon weite Teile der Hochburg der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) erobert.

Arabisch-kurdische Kampfeinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kontrollierten mittlerweile mindestens 40 Prozent des Stadtgebiets und mehr als die Hälfte der Altstadt, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag.

Zuerst Tabqa, dann Raqqa

Die SDF-Kämpfer hatten am vergangenen Montag den Einmarsch in die Stadt verkündet. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden sie dabei von intensiven Luftangriffen der US-geführten Anti-IS-Koalition unterstützt. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Die vollständige Einnahme von Tabqa wäre ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Rückeroberung der IS-Hauptstadt Raqqa. Tabqa liegt nur 55 Kilometer von Raqqa entfernt, wo das selbst ernannte Kalifat der Dschihadisten sein Hauptquartier hat. Die SDF-Kämpfer hatten ihre Großoffensive zur Rückeroberung von Raqqa im November gestartet und nahmen bereits den Großteil der umliegenden Gebiete ein. Seit Anfang April hatten die SDF-Kämpfer Tabqa von allen Seiten umstellt.