Politik Ausland

Syriens Präsident Assad "bereit zu sterben"

Präsident Bashar al-Assad ließ ein Ultimatum der Arabischen Liga ablaufen. Ein Regierungsgebäude wurde mit Granaten beschossen.

12/05/2011, 07:42 AM

In Syrien erreicht der Konflikt zwischen Regierung und Opposition einen neuen Höhepunkt. Am Sonntag wurde ein Gebäude der regierenden Baath-Partei mit Granaten angegriffen. Präsident Bashar al-Assad ließ unterdessen ein Ultimatum der Arabischen Liga verstreichen. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor einem Bürgerkrieg.

In einem Interview mit der britischen Zeitung The Sunday Times machte der syrische Präsident deutlich, dass er sich dem Druck aus dem Ausland nicht beugen werde. Im Falle einer ausländischen Militärintervention sei er "selbstverständlich" bereit zu kämpfen und zu sterben, sagte Assad. Der Arabischen Liga warf er vor, lediglich einen Vorwand für eine westliche Militärintervention schaffen zu wollen. Dies käme aber einem "Erdbeben" im Nahen Osten gleich und würde die ganze Region destabilisieren. Der 46-Jährige kündigte an, weiter gegen "bewaffnete Banden" vorgehen und "Recht und Ordnung" durchsetzen zu wollen.

Frist

Die Arabische Liga hatte Syrien am Mittwoch eine Frist von drei Tagen gesetzt, um die seit Monaten anhaltende Gewalt gegen die Zivilbevölkerung zu beenden, und andernfalls mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht. Zudem hatte die Liga die Mitgliedschaft Syriens ausgesetzt. Dies bezeichnete Assad in dem Interview als "irrelevant".

Explosionen

Zu dem Angriff auf das Büro der Baath-Partei bekannte sich zunächst niemand. Augenzeugen hätten nach dem Anschlag aber den Oppositionellen berichtet, dass Explosionen zu hören gewesen seien und Rauch aus dem Gebäude aufstieg, hieß es. Es war der erste Angriff dieser Art in der syrischen Hauptstadt seit Beginn der Proteste gegen die Herrschaft von Präsident Assad vor acht Monaten. In der Vorwoche hatten Deserteure der syrischen Armee nach eigenen Angaben einen Militärposten bei Damaskus sowie in der Stadt Hama angegriffen.

3500 Tote

Oppositionsanhänger berichteten am Wochenende von erneuten Angriffen auf die Protesthochburg Homs. Am Samstag kamen demnach landesweit 13 Oppositionelle ums Leben, die Zahl der Verletzten wurde von Aktivisten mit rund 140 angegeben. Zudem seien vier Angehörige des syrischen Geheimdienstes in der Provinz Hama getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Agentur SANA wurden in der Provinz Idlib 140 Menschen bei Razzien "gegen Terroristen-Gruppen" festgenommen.

Seit Beginn der Proteste im März kamen in Syrien Schätzungen zufolge mehr als 3500 Menschen ums Leben. Präsident Assad gab die Zahl der toten Zivilisten in der Sunday Times mit 619 an. Zudem seien 800 Sicherheitskräfte getötet worden.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Hintergrund

  • Interview

  • Hintergrund

Kommentare

Kurier.tvMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat