Zerstörung nach Luftangriffen in Aleppo

© APA/AFP/KARAM AL-MASRI

Syrien-Konflikt
09/29/2016

Im Osten Aleppos: 35 Ärzte für ca. 250.000 Menschen

Hunderte müssten laut Einschätzung der UNO aus medizinischen Gründen den Ostteil Aleppos verlassen.

Die Lage im von Rebellen kontrollierten Ostteil der syrischen Stadt Aleppo erscheint zunehmend auswegsloser. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen müssten vermutlich Hunderte Menschen aus medizinischen Gründen dringend von dort weggebracht werden.

Der stellvertretende UN-Syriengesandte Ramzy Ezzeldin Ramzy sagte am Donnerstag in Genf, Nahrungsmittel und medizinische Verbrauchsgüter gingen gefährlich zur Neige.

35 Ärzte für 250.000 Menschen

Im Osten der umkämpften Stadt gebe es nur noch etwa 35 Ärzte für geschätzte 250.000 Menschen. Zahlreiche Bäckereien hätten geschlossen. Die verbliebenen 14.000 Lebensmittel-Hilfsrationen reichten nach Angaben des Welternährungsprogramms WFP nur noch für 70.000 Menschen.

Hilfskonvois kommen nicht ans Ziel

Die von Russland unterstützte syrische Luftwaffe bombardiert die Rebellenviertel in Aleppo. Die Aufständischen beschießen mit Raketen und Artillerie die von Regierungstruppen kontrollierten Stadtteile im Westen. In den vergangenen Tagen kamen in mehreren syrischen Regionen Hilfskonvois wegen der anhaltenden Gewalt nicht an ihr Ziel.

Merkel und Erdogen nehmen Russland in die Pflicht

Angesichts der eskalierenden Gewalt im Syrien-Konflikt haben Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan telefoniert. "Beide waren sich einig, dass Russland eine besondere Verantwortung zukomme, um die Gewalt zu beruhigen und damit einem politischen Prozess überhaupt noch eine Chance zu geben", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag.

Die von Russland unterstützte Offensive des syrischen Regimes gegen Aleppo führe zu einer erheblichen weiteren Verschärfung des Leids der Zivilbevölkerung. Die gemeldeten "eklatanten Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht" seien nicht hinnehmbar. Ein Waffenstillstand sei dringlicher denn je, erklärte Seibert in Berlin.

Merkel telefonierte am Donnerstag auch mit Kremlchef Wladimir Putin. Neben dem Konflikt in der Ostukraine wurde auch über den Bürgerkrieg in Syrien gesprochen, hieß es. Beide seien sich einig, dass die internationalen Bemühungen um Frieden fortgesetzt werden müssten. Putin habe betont, dass die USA als Partner Russlands ihrer Verpflichtung nachkommen müssten, die moderate Opposition und Terroristen zu trennen. Moskau werde sich seinerseits weiter für einen stabilen Waffenstillstand und die Verbesserung der humanitären Lage einsetzen.

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