Politik | Ausland 10.03.2014

Kein Strom: Neugeborene sterben in Brutkästen

Der Bub wurde nahe Damaskus verletzt. Dass für ihn ein Arzt gefunden wurde, war reine Glückssache. © Bild: APA/SANA HANDOUT

In Aleppo etwa kümmern sich 36 Ärzte um die Verletzten, 2500 Mediziner wären notwendig.

Syrische "Kinder sterben durch Gewalt, aber in noch größerer Zahl an behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten." Das ist das Fazit eines Berichts der Hilfsorganisation "Save the Children". Bis zu 200.000 Menschen seien in dem fast drei Jahre andauernden Konflikt bereits gestorben, mehr als die Hälfte wegen fehlender medizinischer Versorgung. Darunter leiden vor allem Kinder. Sie müssten sogar an Krankheiten wie Asthma sterben.

Weil die Narkosemittel fehlen, werden manche Patienten vor Operationen mit Eisenstangen bewusstlos geschlagen. Weil Ausrüstung fehlt, werden immer öfter Kindern Gliedmaßen einfach amputiert. Neugeborene sterben in Brutkästen, weil der Strom ausfällt.

In Aleppo etwa kümmern sich 36 Ärzte um die Verletzten, 2500 Mediziner wären notwendig. Hinzu kommt der Neuausbruch gefährlicher Krankheiten wie Masern und Polio.

"Save the Children" bemüht sich, Druck für die Umsetzung der UN-Resolution 2139 zu machen. Sie würde die Bürgerkriegsparteien dazu verpflichten, Helfern Zugang zu allen belagerten Gebieten zu gewähren.

Inzwischen warf Amnesty International in einem Bericht der syrischen Führung vor, Zivilisten gezielt auszuhungern. "Zivilisten werden wie Schachfiguren benutzt", sagt der Direktor des Amnesty-Programmes für den Nahen Osten, Philip Luther. Zudem griffen die Regierungstruppen oft dicht besiedelte Gegenden, Schulen und Spitäler an.

Erstellt am 10.03.2014