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Politik Ausland
09/30/2012

Syrien: Historischer Markt abgebrannt

Ein Brand zerstört mehr als 1.000 Geschäfte auf dem Basar von Suk al-Madina in Aleppo. Die Rebellen hatten davor eine neue Offensive ausgerufen.

Bei den anhaltenden Kämpfen zwischen Aufständischen und Soldaten in der syrischen Metropole Aleppo ist der historische Markt der Stadt durch ein Feuer schwer verwüstet worden. Im jahrhundertealten Basar von Suk al-Madina seien schätzungsweise 700 bis 1.000 Geschäfte durch die Flammen zerstört worden.

Videoaufnahmen im Internet, die aus der Millionenstadt stammen sollten, zeigten dunkle Rauchwolken am Himmel. Der Markt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Rebellen hatten am Donnerstag eine Offensive in der Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern ausgerufen. Offenbar hat zunächst keine der beiden Seiten die Oberhand gewonnen.

Die UNESCO hat bestürzt auf die Zerstörung des historischen Basars von Aleppo reagiert. Es sei ein "großer Verlust und eine Tragödie", dass die Altstadt von den Kämpfen verwüstet worden sei, sagte der Direktor des Weltkulturerbeprogramms, Kishore Rao. Der historische Basar galt als einer der am besten erhaltenen in der gesamten Region.

Der Markt war in den vergangenen Wochen fast täglich Schauplatz von Kämpfen. Seit Beginn einer Rebellenoffensive im August kontrolliert jede der Konfliktparteien etwa eine Hälfte der strategisch wichtigen Handelsmetropole.

Schwere Gefechte

Bei den Gefechten um Aleppo hat die Armee nach Angaben von Regierungsgegnern am Sonntag erneut mehrere Stadtteile beschossen. In der Nacht lieferten sich Rebellen und Soldaten in der Provinz Aleppo heftige Kämpfe, hauptsächlich am Militärflughafen al-Nairab. Mindestens drei Menschen - zwei Zivilisten und ein Aufständischer - seien getötet worden.

In der Provinz Damaskus griffen den Angaben zufolge Soldaten mit Unterstützung der Luftwaffe die Ortschaft Harasta an. In Sabadani wurden demnach bei Razzien zahlreiche Einwohner festgenommen. Kämpfe gab es auch in den Provinzen Daraa im Süden, Idlib im Nordwesten und Hama im Zentrum Syriens. In der nordöstlichen Provinz Hassaka wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehrere Menschen durch den Beschuss der Armee verletzt. In der Küstenstadt Banias im Nordwesten gingen Razzien und Festnahmen weiter.

Bombardements

Bombardements gab es auch in den Provinzen Daraa im Süden, Homs und Hama im Zentrum sowie in Idlib im Nordwesten Syriens. In der östlichen Provinz Deirezzor seien bei einem Luftangriff vier Menschen getötet worden. In Damaskus gab es demnach Gefechte in den Vierteln Barseh und Tadamoun, bei denen zwei Zivilisten getötet wurden.

In Syrien hält der Aufstand gegen Präsident Bashar al-Assad seit 18 Monaten an. Inzwischen hat er sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Schätzungen der Opposition zufolge sind mehr als 30.000 Menschen getötet worden. Die Angaben aus Syrien lassen sich kaum überprüfen, weil die Regierung den Zugang von ausländischen Journalisten einschränkt.

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