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Politik Ausland
08/03/2012

Syrien: Aufständische verüben Massaker

Ein Video zeigt, wie Rebellen Regime-Milizionäre hinrichten. Die CIA hat nun grünes Licht zur Unterstützung der Assad-Feinde.

Es sind Bilder, die genau das zeigen, was die Rebellen bisher dem Regime vorgeworfen haben: Vier Männer in Unterhosen, unbewaffnet, werden an die Wand gesetzt und unter Jubel mit Hunderten Kugeln aus automatischen Waffen durchsiebt. Die Täter, so der Vorwurf, sind Kämpfer der nach wie vor l­ose organisierten Freien Syrischen Armee (FSA) die gegen die Regierungstruppen kämpft. Der Ort des Gemetzels: Aleppo, die seit Tagen schwer umkämpfte Stadt im Norden des Landes. Die Opfer: Anscheinend lokale Kommandanten der regimetreuen Shabiha-Milizen, die sich selbst ebenfalls mit Massakern einen Namen gemacht haben.

Die Echtheit des Videos, das auf YouTube auftauchte, kann nicht bestätigt werden. Aber der Syrische Nationalrat (SNC), der einflussreichste politische Flügel der syrischen Opposition, beeilte sich, die gezeigten Gräueltaten als "inakzeptabel" zu verurteilen.

Syrische Aktivisten: 15 Tote bei Beschuss von Flüchtlingslager

Indes sollen beim Beschuss eines palästinensischen Flüchtlingslagers in Damaskus nach Angaben von syrischen Menschenrechtsaktivisten mindestens 15 Zivilisten getötet worden sein. Unter den Opfern seien auch zwei Kinder, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit. Wer für den Mörserbeschuss des Lagers am Donnerstagabend in Jarmuk (Yarmuk) im Süden der syrischen Hauptstadt verantwortlich sei, sei noch unklar. In dem benachbarten Viertel Tadamun habe es zu dem Zeitpunkt Kämpfe gegeben.

 

Trümmerhaufen

Aleppo, die einst pittoreske Touristenmetropole nahe der Grenze zur Türkei, ist nach fünf Tagen schwerer Kämpfe ein Trümmerhaufen. Seit Tagen tobt der Häuserkampf um Straßenzüge, Wohnviertel – und jetzt ums Stadtzentrum. Eigenen Angaben zufolge stehen die Rebellen unmittelbar vor dem zentralen Platz. Die Zitadelle der Stadt sei in Sichtweite. Am Donnerstag griffen Rebellen auch einen Militärflughafen 30 Kilometer nordöstlich von Aleppo an. Von dort starten die Helikopter und Kampfjets des Regimes, um Aleppo zu bombardieren. Und auch aus Damaskus wurden Kämpfe gemeldet.

Syriens schwer bedrängter Staatschef Bashar al-Assad rief den Kampf um Aleppo in einer schriftlichen Botschaft zum Tag der Armee zur "Entscheidungsschlacht" aus. "Das Schicksal unseres Volkes und unserer Nation, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hängen von dieser Schlacht ab."

Es hängt aber auch von der Einheit seines inneren Zirkels ab. Und da zeigen sich Risse – zwischen einem pro-iranischen und einen pro-russischen Flügel. Wobei der iranische für eine harte, der russische für eine moderatere Handhabe samt Verhandlungen steht.

25 Millionen Dollar Hilfe

Aber für Gespräche ist es reichlich spät. Und Meldungen aus den USA lassen vermuten, dass auch dort noch kaum jemand an eine solche Lösung glaubt. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat US-Präsident Barack Obama der CIA grünes Licht gegeben, die syrischen Rebellen zu unterstützen. In welcher Art, wird nicht näher präzisiert. Ein Sprecher des Außenministeriums nannte die Summe von 25 Millionen Dollar. Gedacht sei das Geld für "nicht tödliche" Ausrüstung wie medizinisches Gerät oder Kommunikationsmittel.

Erst in der Vorwoche gab es Berichte, dass die Türkei, Katar und Saudi-Arabien an der türkisch-syrischen Grenze eine geheime Kommandobasis für die FSA bauen. Von dort würden die Rebellen mit Waffen – auch schwerem Gerät – und Ausrüstung versorgt.

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