Politik | Ausland
26.05.2017

Syrien: 80 Verwandte von IS-Kämpfern bei Luftangriff getötet

Angriff auf den IS durch die US-geführte Koalition. UNO fordert mehr Schutz für Zivilisten.

Bei einem neuen Luftangriff der US-geführten Koalition in Syrien sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 80 Verwandte von IS-Kämpfern getötet worden. Unter den Opfern der Attacke in der östlichen Stadt Mayadin seien 33 Kinder, erklärte die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" am Freitag.

Demnach hatten sich die Familien von Mitgliedern der Dschihadistenmiliz " Islamischer Staat" (IS) in ein Gebäude der Stadtverwaltung geflüchtet.

Mayadin wird seit 2014 vom IS kontrolliert. Die Stadt liegt unweit der irakischen Grenze. In Mayadin suchten in den vergangenen Monaten zahlreiche Menschen aus dem Irak und aus der syrischen Stadt Raqqa Zuflucht.

UNO fordert Schutz für Zivilisten

Die Vereinten Nationen haben die Luftwaffen-Einheiten der Kriegsparteien in Syrien aufgefordert, zum Schutz der Bevölkerung sorgfältiger ihre Ziele auszusuchen. Die zunehmende Zahl getöteter und verletzter Zivilisten "deutet darauf hin, dass die Angriffe unzureichend vorbereitet gewesen sein könnten", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Zeid Ra'ad al-Hussein, am Freitag.

Er verwies auf die jüngsten Angriffe gegen Ziele der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Deir-es-Sor und Al-Raqqa. Dabei waren insgesamt mindestens 80 Zivilisten ums Leben gekommen. Der IS habe Zivilisten hingerichtet.

Am Freitag berichtete die in Großbritannien ansässige "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" von einem neuen Luftangriff, bei dem mindestens 80 Zivilisten getötet worden seien. Er habe Zielen in der vom IS gehaltenen Stadt Al-Mayadin (Majadin) gegolten und sei am Donnerstagabend ausgeführt worden. Ein Sprecher der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz erklärte, Flugzeuge des Bündnisses hätten am Mittwoch und Donnerstag Ziele nahe Al-Mayadin bombardiert. Die Ergebnisse würden ausgewertet. Man versuche, zivile Opfer zu vermeiden und überprüfe entsprechende Berichte.