Jacob Zuma

© REUTERS/SIPHIWE SIBEKO

südafrika
05/10/2014

Der bullige Polygamist Zuma bleibt an der Macht

Wahlen.Trotz sozialer Schieflage und Korruptionsaffären hielt sich der ANC deutlich über der 60-Prozent-Marke.

von Walter Friedl

Der 72-jährige Staatschef Südafrikas, Jacob Zuma, plant schon die Riesenparty für den 21. Mai. An diesem Tag wird ihn das Parlament zum zweiten Mal zum Präsidenten wählen. Denn bei dem Urnengang vom Mittwoch erhielt der "African National Congress" (ANC) rund 63 Prozent der Stimmen. Das ist zwar etwas weniger als 2009, dennoch aber ein klares Mandat für die kommenden fünf Jahre – auch wenn die Oppositionspartei der deutschstämmigen Helen Zille, "Demokratische Allianz" , stark zulegen konnte (von 16,7 auf 22 Prozent) und der ehemalige ANC-Jugendführer Julius Malema mit seiner Gruppierung überraschenderweise auf sechs Prozent kam.

Wobei Zuma, der schon sechs Mal geheiratet, aktuell vier Ehefrauen und mehr als 20 Kinder hat, durchaus auch im ANC Kritiker hat. Nicht die Tatsache, dass er sich zu seiner (erlaubten) Polygamie bekennt und seine Stammeszugehörigkeit betont ("100 Prozent Zulu"), stört viele Südafrikaner, sondern die ausufernde Korruption im Land, in die auch Zuma verwickelt ist: Seine Privatresidenz hat er sich um 17 Mio. Euro ausbauen lassen – aus Steuergeldern.

"Msholozi", wie Zumas Clan-Name lautet, war in seiner Jugend Ziegenhirte und hat nie eine reguläre Schullaufbahn absolviert. Schon mit 17 Jahren trat der 1942 Geborene in den ANC ein und wurde später zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er gemeinsam mit Nelson Mandela auf Robben Island absaß. Danach ging der "Zulu-Boy" ins Exil nach Mosambik und Sambia. Nach 1990 war er einer der ersten, die wieder in die Heimat zurückkamen.

Aufsehen erregte ein gegen ihn angestrengter Vergewaltigungsprozess 2006. Weil das vermeintlich Opfer Aids hatte, sagte Zuma: Er habe sich nach dem Sex, der nicht erzwungen worden sei, durch ausgiebiges Duschen vor einer Ansteckung geschützt.

2007 löste Zuma den damaligen ANC-Chef Thabo Mbeki an der Spitze der Freiheitsbewegung ab, zwei Jahre später wurde er erstmals Staatschef.

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