SPÖ-Kandidat Eugen Freund auf Wahlkampf-Tour.

© Eckharter Rainer

SPÖ
04/24/2014

Eugen Freund auf Besuch im Leben

Seit Ostern macht Eugen Freund voll Wahlkampf. Für den Quereinsteiger eine fremde Welt.

von Christian Böhmer

Der Schinken-Käse-Toast ist kein Statement, nein, Eugen Freund ist nur hungrig. Er sitzt vorne in der ersten Reihe, speist seelenruhig, und es scheint, als würde er ausblenden, was um ihn herum im Floridsdorfer Haus der Begegnung abläuft: Hunderte Pensionisten sind aus dem Häuschen, sie strecken die Hände zur Decke, singen, und das Schunkeln ist derart in den Saal gefahren, dass sich Ex-Ministerin Hilde Hawlicek beim Bezirksvorsteher einhängt und mitwippt – was soll schon passieren? Freund sitzt still.

Eugen Freund unter Schlager-Stars:

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Eugen Freund…

Bezirks-SPÖ und Pensionistenverband haben in die Volkshochschule geladen, damit "Stimmen für ein besseres Europa!" gehört werden. Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger ist da und wird das Friedensprojekt Europa preisen. TV-Promi Josef Broukal, früher selbst Quereinsteiger, führt durch den Nachmittag. Aber ihnen wie auch Freund ist klar: Die Pensionisten sind nicht gekommen, um viel über die EU-Wahl zu hören. "Wegen euch sind die Leute da!", sagt Broukal und zeigt auf "Manfred, Luigi, Andreas und Fritz". Die "Edlseer" sind in die "Weanastadt" gefahren, damit beim Schunkeln "der "Ostersprit o’gschwitzt" wird – die über Ostern angefutterten Kilos sollen also runter. Der Raum ist trist – schwarz-braune Täfelung, kein Fenster. Doch binnen Minuten hat das Quartett die Leute erwischt. Freund und sein Team wissen, dass man die Edlseer und ihr Publikum nicht lange trennen darf. Der SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl verzichtet auf ein Referat, lässt sich von Ex-Kollege Broukal "interviewen", der Lärmpegel ist enorm.

Irgendwann wird es ihm zu laut und Freund sagt "Jetzt hört’s bitte alle einen Moment zu". Die Masse pariert, es wird leiser, man wartet auf Großes. Es ist der Augenblick, in dem sich ein Image verfestigt. Und jetzt sagt Eugen Freund: "Wenn die Sozialdemokraten die Mehrheit bekommen, wird Martin Schulz Kommissionspräsident." Das ist, nun ja, kein Heuler – zumindest nicht hier und jetzt.

Nach zehn Minuten ist es vorbei. Freund muss weiter – Termine. Die Edlseer spielen, und Josef Broukal hatte wohl recht, als er Minuten zuvor über sich und Freund philosophierte: "Wir beide kommen aus einer geschützten Werkstatt. Weit weg von den Menschen."

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