Politik | Ausland
25.04.2017

Nordkorea-Krise spitzt sich immer weiter zu

Südkorea, Japan und USA wollen Druck erhöhen. Nordkorea hielt zum Armee-Jahrestag Artillerie-Übung ab.

Die USA und ihre Verbündeten Japan und Südkorea wollen im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm mehr Druck auf den kommunistischen Staat ausüben. Die Chefunterhändler der drei Länder für die seit 2009 eingefrorenen Mehrparteien-Gespräche mit Nordkorea forderten das Land bei einem Treffen am Dienstag in Tokio auf, sein Atom- und Raketenprogramm aufzugeben.

Vertreter der USA, Südkoreas und Japans erklärten nach dem Treffen, China - Nordkoreas einziger größerer Verbündeter - müsse eine Schlüsselrolle spielen und könne den Norden über ein Öl-Embargo unter Druck setzen. Zudem sei diskutiert worden, wie Russland eingebunden werden könne. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe soll sich nach russischen Angaben am Donnerstag mit Präsident Wladimir Putin treffen. Details wurden nicht bekannt. Für Freitag wurde eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Nordkorea angesetzt. Sie soll von US-Außenminister Rex Tillerson geleitet werden.

Bereits am Mittwoch soll Tillerson zusammen mit Verteidigungsminister James Mattis in einem ungewöhnlichen Schritt den gesamten Senat in Washington über die Lage unterrichten. Präsident Donald Trump will nach eigener Darstellung unter allen Umständen verhindern, dass Nordkorea die Fähigkeit zu einem Atomangriff auf die USA erlangt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums rief unterdessen alle Beteiligen erneut auf, gemeinsam eine friedliche Lösung zu finden.

Große Militärübung Nordkoreas

Am Tag des Treffens der drei Chefunterhändler hielt Nordkorea an der Ostküste südkoreanischen Medienberichten zufolge massive Schießübungen ab. Zeitgleich mit einem Seemanöver von Südkorea und den USA testete Nordkorea seine Artillerie. Die Übung fiel auch mit dem 85. Jahrestag der Gründung der nordkoreanischen Armee zusammen.

Die USA entsandten darüber hinaus wiederum eines ihrer stärksten U-Boote in die Region. Die USS Michigan dockte im Hafen von Busan an. US-Präsident Trump gab am Montag eine Stellungnahme zur Krise ab: "Nordkorea ist ein Problem für die Welt, das wir endlich lösen müssen. Leute haben über Jahrzehnte Scheuklappen ausfgesetzt." Er rief außerdem zu neuen Sanktionen auf.