Politik | Ausland
02.06.2014

König Juan Carlos dankt ab

"Zeit für die nächste Generation": Der spanische Monarch macht nach fast vierzig Jahren Platz für seinen Sohn Felipe.

Seine Majestät König Juan Carlos hat mir gerade mitgeteilt, dass er seine Abdankung beschlossen hat." Mit diesen Worten und im Rahmen einer eilig einberufen Pressekonferenz verkündet Staatschef Mariano Rajoy am Montag den Rücktritt des spanischen Königs. Sohn Felipe soll alsbald die Thronfolge antreten. Die Hintergründe seiner Abdankung überbringt Juan Carlos gegen Mittag persönlich dem spanischen Volk. Er handle nur für das Wohl des Landes, schließlich habe er sein "ganzes Leben Spanien gewidmet". In schwierigen Zeiten wie der Eurokrise sei es notwendig an die "nächste Generation zu übergeben, die voller Tatendrang und Durchsetzungskraft ist", so der Monarch in einer TV-Ansprache.

"Ich handle zum Wohle Spaniens, dem ich mein ganzes Leben gewidmet habe"

Den Entschluss habe der gesundheitlich angeschlagene Juan Carlos bereits im Jänner getroffen und auch einigen Vertrauten mitgeteilt, berichten spanische Medien. Öffentlich wurde ein Verzicht auf die Krone damals bestritten. Überraschend ist der Schritt aber nicht, schließlich musste er sich zuletzt mehrmals wegen verschiedener Hüft- und Bandscheibenprobleme operieren lassen und litt an einem Lungentumor.

"Verteidiger unserer Interessen"

Der heute 76-jährige Juan Carlos bestieg im November 1975 den spanischen Thron. Nach Francos Tod spielte er eine wichtige Rolle beim Übergang Spaniens von der Diktatur zur Demokratie: Er beendete 1981 erfolgreich einen Putschversuch des Militärs und galt seither als Garant für eine friedliche Demokratisierung des Landes. Rajoy lobt den König am Montag als "unermüdlichen Verteidiger unserer Interessen" und "bestes Sprachrohr und Bild der spanischen Monarchie".

Tatsächlich wurde er jahrelang von der spanischen Bevölkerung als gütiger und volksnaher "Bürgerkönig" verehrt. In den vergangenen Jahren bekam sein Image allerdings Risse: Luxus-Elefantenjagd, Seitensprünge und Korruptionsvorwürfe beschädigten den Ruf des spanischen Königshauses (siehe unten). Erst kürzlich sprachen sich in einer Umfrage zwei Drittel der Spanier für einen Rücktritt Juan Carlos' aus.

Juan Carlos: Sein Imageproblem

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Spain's King Juan Carlos and Queen Sofia attend du

King Juan Carlos, Queen Sofia

Spain's King Juan Carlos sits in a car after being

EPAepa03334361 Spanish King Juan Carlos stumbles and falls to the ground during his visit to the Spanish Armed Forces Staff headquarters in Madrid, Spain, 02 August 2012. Reportedly the incident did not stop the Spanish monarch from continuing his visit a

SPAIN ROYALTY

King Juan Carlos of Spain, 2nd left shares a light moment with Spains Queen Sofia after a special session of Parliament to mark 25 years since King Juan Carlos became Head of State following the death of former dictator General Francisco Franco in 1975. F

König Juan Carlos

Pope Benedict XVI meets with Spains King Juan Carlos and Queen Sofia after arriving at the Sagrada Familia temple in Barcelona, November 7, 2010. Pope Benedict attacked abortion and gay marriage, recently legalised in Spain, in a Mass to consecrate Barcel

dapdSpains King Juan Carlos leaves after the official opening of the Parliament, in Madrid, Tuesday, Dec. 27, 2011. (Foto:Daniel Ochoa de Olza/AP/dapd)

Juan Carlos wird 75

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SPAIN ROYALTY

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epa00579622 (FILES) Picture dated on 22 November 1975 of Spanish King Juan Carlos I (L) and his wife, the Queen Sofia, greeting spaniards in the balcony of the Royal Palace, after his proclamation as King of Spain, in Madrid, Spain. The 30th anniversay of

EPAepa00892066 (FILES) This file photograph dated 31 May 1975 shows Spains current King Juan Carlos, then Prince of Spain, (L) chatting with US President Gerald R. Ford at la Moncloa Palace, in Madrid. Gerald R Ford, the 38th and only unelected president

A file picture dated 22 November 1975 shows Spains King Juan Carlos (C left) and Queen Sophia (C right) during the proclamation ceremony. Young Prince Felipe, Princess Elena and Princess Cristina (from left) are standing next to Queen Sophia. Spain this w

The Spanish Infanta, Princess Cristina (on left) looks on laughingly as her father King Juan Carlos tries to attract the attention of the young bridesmaids outside Barcelona Cathedral 04 OCT moments before he escorted her into the cathedral for her weddin

Gesetz notwendig

Damit die Abdankung gültig wird, muss noch ein eigenes Gesetz verabschiedet werden. Eine Rücktritt des Monarchen ist im spanischen Rechtssystem nämlich nicht vorgesehen. Premier Rajoy hat daher für Dienstag eine außerordentliche Kabinettssitzung einberufen. Er hoffe, dass das Parlament dann schon nach "sehr kurzer Zeit" der Ernennung von Felipe zum König zustimmen werde, so Rajoy. Laut ABC könne es noch im Juni so weit sein. Der Kronprinz hat sich bisher noch nicht öffentlich geäußert. Er weilte die vergangenen Tage im Rahmen einer offiziellen Reise in El Salvador und kam erst Montagmorgen nach Madrid zurück.

Die schriftliche Rücktrittserklärung wurde bereits veröffentlicht:

Die Monarchie muss sich neu erfinden

Einmal noch hat Juan Carlos das getan, was Spanien von ihm tatsächlich brauchte: Er ist zurückgetreten. Mehr konnte er für die Institution, die er als junger Mann groß gemacht und als alter Mann zugrunde gerichtet hat, nicht mehr tun. Es war wohl gesundheitliche, aber auch moralische Schwäche, in die sich der 76-Jährige gefügt hat. Das Land, das durch die schwerste Krise seit Jahrzehnten geht, braucht wenigstens eine intakte Autorität. Das System der zwei staatstragenden Großparteien hat seine Unterstützung bei den Menschen verspielt. Die EU, die die einst rückständige Diktatur auf dem Weg zu einem modernen Staat begleitete, gilt für die meisten Spanier heute als von Berlin aus gesteuerter Sparverein. Als junger König hatte sich Juan Carlos putschenden Generälen entgegengestellt, das machte seinen Landsleuten eines deutlich: Was ihm dieses Land wert war – und wie viel es ihnen wert sein sollte. Die Spanier glaubten ihm. Sohn Felipe wird als König Ähnliches zuwege bringen müssen, um diese Überzeugung wachzurufen. Dann, und nur dann hat die Monarchie einen Sinn.

Juan Carlos: Tiefer Fall eines Königs

Fast vier Jahrzehnte zählte König Juan Carlos von Spanien zu den angesehensten Monarchen der Welt. Kein Wunder, hatte er es doch geschafft eine blutige Diktatur in ein demokratisches Vorzeigeland umzuwandeln. Er war es, der einen Putschversuch bravourös beendete, und schließlich galt er als geschätzter und würdevoller Repräsentant seines Landes. Doch plötzlich drehte sich der Spieß dermaßen um, dass der König heute unten durch ist: In den vergangenen zwei Jahren ist zu viel passiert, um seine einstigen Beliebtheitswerte auch nur annähernd halten zu können.

Habsburger-Nachfolge

Sein Start hätte fulminanter nicht sein können. Als General Franco, der Spanien fast 40 Jahre mit eiserner Faust regiert hatte, 1975 starb, nahm Juan Carlos auf dem Thron Platz, auf dem seine Ahnen, die Bourbonen, seit Beginn des 18. Jahrhunderts als Nachfolger der Habsburger gesessen waren – bis sein Großvater, König Alfons XIII., 1931 nach Ausrufung der Republik gestürzt wurde. Von da an lebte die Familie im Exil in Rom, wo Juan Carlos 1938 zur Welt kam.

Franco selbst war es, der den Prinzen zu seinem Nachfolger als Staatsoberhaupt bestimmte, doch der "Führer von Gottes Gnaden" hat sich die Verwaltung seines Erbes wohl anders vorgestellt. Juan Carlos hatte sich in jungen Jahren vorsichtig gegeben, um seine Zukunft als König nicht zu gefährden. Und er ging dabei so weit, Franco als sein "Vorbild" zu bezeichnen. Doch kaum war der faschistische General tot, schuf der König ein neues, demokratisches Spanien. Er habe "20 Jahre den Dummen gespielt", sagte er, und viele hätten ihn für dumm gehalten.

Respekt aus aller Welt

Nein, dumm ist dieser Mann sicher nicht. Lange zollte ihm die freie Welt Respekt für alles, das er anpackte. Das begann mit dem Verzicht auf die ihm von Franco hinterlassene absolute Macht, ging über die Schaffung einer demokratischen Verfassung bis zur Zulassung freier Wahlen. Sein Husarenstück und die größte politische Leistung seiner Regentschaft war aber die friedliche Niederschlagung des Putschversuchs Franco-treuer Militärs, die im Februar 1981 mit einem bewaffneten Angriff auf das Parlament in Madrid die Macht übernehmen wollten. Mit einer eindrucksvollen Fernsehansprache stoppte der König den Aufstand und schickte als Oberbefehlshaber das Heer zurück in die Kasernen.

Juan Carlos ließ sich auch nicht klein kriegen, als 1995 ein Attentatsplan der baskischen Separatistenorganisation ETA auf ihn aufgedeckt wurde. Als Freund direkter Worte gilt er spätestens seit Venezuelas Präsident Hugo Chavez bei einer Konferenz in Santiago de Chile 2007 ständig den spanischen Premier Zapatero unterbrach. Juan Carlos rief Chavez "Warum hältst du nicht die Klappe?" zu und erlangte mit dem Ausspruch Kultstatus.

Wiener Opernball

Auch auf dem Society-Parkett erfreute sich der König – an der Seite seiner populären Gattin Sofia – großer Beliebtheit: Ob er beim Skifahren fotografiert wurde oder im flotten Cabrio, in der Badehose beim Segeln vor Mallorca oder 1978 am Wiener Opernball – er machte stets gute Figur, gab sich volksnah und eroberte die Herzen der Menschen. Noch 2008 erklärten fast 70 Prozent der Spanier, ihren König zu lieben.

Doch dann kam der tiefe Fall. 2012 wurde Juan Carlos drei Mal an der Hüfte operiert. Wie sich herausstellte, war er bei einer sündteuren Elefantenjagd, wie sie von Tierschützern strikt abgelehnt wird, gestürzt. Der König war nach Botswana geflogen statt sich um Spaniens Wirtschaftskrise zu kümmern, die sein Land an den Rand des Ruins führte. Nach Auffliegen des Jagdabenteuers wurde er als Präsident der Tierschutzorganisation WWF abberufen.

Mit Prinzessin auf Safari

Nicht genug damit, wurde nun bekannt, dass Juan Carlos zu der Safari von der deutschen Prinzessin Corinna zu Sayn-Wittgenstein (49) begleitet wurde, mit der ihm eine Affäre nachgesagt wird. Gemahlin Sofia weigerte sich, als sie von der Reisebegleitung erfuhr, mit Juan Carlos ihren 50. Hochzeitstag zu feiern.

Einmal in den negativen Schlagzeilen ("Juan Carlos als Don Juan"), meldeten sich eine Belgierin und ein Spanier, die erklärten, uneheliche Kinder des Königs zu sein: Die 46-jährige Ingrid Seriau will von ihrer Mutter erfahren haben, dass Juan Carlos ihr Vater ist. Sie begann im Internet zu recherchieren und stieß dabei auf den Spanier Albert Solá (56), der ebenfalls ein uneheliches Kind des Königs zu sein glaubt. Die beiden unterzogen sich DNA-Tests, die den Nachweis erbrachten, dass Ingrid und Albert Halbgeschwister sind. Das Königshaus schweigt wie immer in solchen Fällen.

Reden müssen die Bourbonen aber im wohl peinlichsten ihrer Skandale. Königstochter Cristina und ihr Mann Iñaki Urdangarin stehen wegen einer Korruptionsaffäre vor Gericht. Dem Schwiegersohn wird vorgeworfen, die guten Kontakte als Mitglied der Königsfamilie genützt zu haben, um Millionen an Spendengeldern für eine Stiftung zu kassieren. Das Geld soll dann aber nicht wie geplant an bedürftige Kinder, sondern großteils in die eigene Tasche geflossen sein.

Für eine Abdankung

Kronprinz Felipe und seine Frau Letizia meiden jeden Kontakt mit Schwester und Schwager, um nur ja nicht an den Skandal anzustreifen. Der heute 76-jährige Juan Carlos hätte als Held in die Geschichte eingehen können. Das hat er aber gründlich vermasselt.

Die spanischen Royals

Juan Carlos, Spaniens König, 76

Das abgedankte spanische Staatsoberhaupt wurde 1938 als Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias in Rom geboren. Bereits als Zehnjähriger wurde er von seinem Vater und dem damaligen spanischen Diktator Francisco Franco als künftiger König auserkoren. Durch die Restaurierung der Monarchie wollte Franco seine Nachfolge sichern, Juan Carlos’ Vater kam aber als sein langjähriger Gegenspieler nicht infrage. 1962 heiratete Juan Carlos seine Frau Sofia, mit der er drei Kinder und acht Enkel hat.

Nach Francos Tod bestieg der studierte Jurist, Amateurfunker und Segler 1975 wie geplant den spanischen Thron, von dem aus er wesentlich an der Demokratisierung des Landes mitwirkte. 1981 versuchten mehrere Militärs, die der Diktatur nachtrauerten, einen Putsch. Juan Carlos schrieb Geschichte, als er sich in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehansprache für die Demokratie aussprach, das Militär auf seine Seite zog und so beitrug, den Putsch im Keim zu ersticken. Feindbild war er auch für die baskische Separatistenorganisation ETA: 1995 wurde ein Attentatsplan aufgedeckt. Zuletzt traten Juan Carlos’ Verdienste angesichts der Skandale um seine Jagdleidenschaft, seine Geliebte und seine Tochter Cristina in den Hintergrund.

Felipe VI., künftiger spanischer König, 46

Felipe Juan Pablo y Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia wurde am 30. Jänner 1968 als jüngstes Kind von Juan Carlos und Sofia in Madrid geboren. In der spanischen Erbfolge, die für Felipes zwei Töchter geändert wurde, hat der erste Sohn vor seinen Schwestern den Anspruch auf den Thron. Felipe gilt als bestens vorbereitet. Nach seiner Schulausbildung in Madrid und Toronto musste er von 1985 bis 1988 in die spanische Armee, dann studierte er Jus und machte im Juli 1993 seinen Abschluss. Dann ging er an die Georgetown Universität in Washington, D.C., und machte sein Postgraduate-Studium in Internationalen Beziehungen. 1992 war er Mitglied des spanischen Segelteams bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona. Seit Mai 2004 ist er mit der früheren Journalistin Letizia Ortiz verheiratet.

Sofia, spanische Königin, 75

Felipes Mutter wurde 1938 als Sophia von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg in Athen geboren. Sie war das erste Kind des späteren griechischen Königspaares Paul I. von Griechenland und Friederike von Hannover. Mütterlicherseits ist sie Urenkelin von Kaiser Wilhelm II. Die Archäologin und Musikerin spricht fließend Deutsch. Als Sofia de Grecia heiratete sie 1962 Juan Carlos – keine Liebes-, sondern eine arrangierte Hochzeit. Sofia widmet sich sozialen Projekten und ist Präsidentin der Stiftung Fundacion Reina Sofia. Das Nationalmuseum für Moderne Kunst in Madrid ist nach ihr benannt.

Letizia, künftige spanische Königin, 41

Letizia Ortiz Rocasolano kommt aus einer bürgerlichen Familie in Oviedo, Asturien, und war vor ihrer Hochzeit mit dem Kronprinzen vor fast genau zehn Jahren wie ihr Vater Journalistin und Nachrichtenmoderatorin. Schon 1998 war sie knapp ein Jahr lang verheiratet. Da die Hochzeit nur standesamtlich geschlossen worden war, akzeptierte die Regierung die kirchliche Hochzeit mit Felipe. Im August 2008 unterzog sich Letizia einer operativen Korrektur an Nase, Kinn und Lachfalten, was der Hof zugeben musste. Nicht zugegeben wird, dass die Mutter zweier Töchter magersüchtig sein soll.

Infantin Cristina, 48

Cristina Federica Victoria Antonia de Borbón y Grecia ist die Lieblingstochter des abgedankten Königs, aber auch seine Skandaltochter. Sie hat Politikwissenschaften studiert und ist eine hervorragende Seglerin. Ihr Ehemann, der ehemalige Handballstar Iñaki Urdangarin, mit dem sie vier Kinder hat, ist wegen des Verdachts der Korruption, Geldwäsche und Steuerbetrugs seit 2006 in allen Medien. Über die vorgeblich gemeinnützige Stiftung Nóos soll er öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Cristina hatte als Vorstandsmitglied von Nóos viele Dokumente mitunterzeichnet und wurde als erstes Mitglied des Königshauses als Beschuldigte einvernommen. 6,1 Millionen Euro aus ihrem Besitz wurden beschlagnahmt. Seit Herbst lebt sie mit ihren vier Kindern in der Schweiz, ihr Mann ist bei der Königsfamilie nicht mehr willkommen.

Infantin Elena, 50

Elena Maria Isabel Dominica de Silos de Borbón y Grecia ist die älteste Tochter von König Juan Carlos, aber nur Nummer drei in der Thronfolge. Sie studierte Erziehungswissenschaften. 1995 heiratete sie in Sevilla den Sohn des Grafen von Ripalda, Jaime de Marichalar y Sáenz de Tejada. Die Ehe wurde 2009 geschieden, das Paar hat zwei Kinder.

Lobende Worte für den scheidenden König

Frankreichs Präsident Francois Hollande und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel haben die Rolle des scheidenden Königs Juan Carlos für den Demokratieprozess in Spanien nach der Franco-Diktatur gewürdigt. Während seiner 39 Jahre dauernden Regentschaft habe Juan Carlos das demokratische Spanien verkörpert, sagte Hollande nach Angaben des Elysee-Palastes am Montag in Paris.

Juan Carlos habe einen entscheidenden Anteil an der Geburt der Demokratie dort. Nach der Franco-Diktatur habe er sein Land auf den Weg zu bürgerlicher und politischer Freiheit geführt. Hollande sicherte der spanischen Regierung und den Menschen des Landes die Unterstützung Frankreichs in diesem wichtigen Moment des politischen Lebens zu.

Merkel wünscht alles Gute

Auch Merkel hob die politische Rolle des scheidenden spanischen Königs hervor. Sie schätze ihn sehr, und zwar "persönlich wie auch seine historische Rolle beim Übergang Spaniens in die Demokratie", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Merkel habe Begegnungen mit Juan Carlos in sehr guter Erinnerung. Sie wünsche ihm alles Gute.

Der schwedische König Carl XVI. Gustaf dankte Juan Carlos für die gute Zusammenarbeit. Der Monarch habe sehr viel für den Demokratisierungsprozess in Spanien erreicht und einen großen Beitrag zur Entwicklung des Staates geleistet, hieß es in einem am Montag auf der Homepage des schwedischen Königshauses veröffentlichten Kommentar. "Ich und meine Familie haben König Juan Carlos und die spanische Königsfamilie viele Male getroffen", schrieb Carl Gustaf weiter. "Ich erinnere mich unter anderem besonders gut an den spanischen Staatsbesuch in Schweden im Jahr 1979."

Auch noch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso lobt den abtretenden spanischen König Juan Carlos als "historische Figur". In einer Erklärung am Montag nannte Barroso Juan Carlos einen "Verteidiger der Demokratie" - eine Anspielung an die Rolle des Monarchen bei dem gescheiterten Militärputsch in Spanien 1981.