Politik | Ausland
10.03.2014

Snowden meldete sich zurück

Der NSA-Aufdecker rief per Videokonferenz zur "Gegenwehr" auf.

Sein Aufenthalt in Moskau wird wohl noch einige Zeit dauern. Die Chancen auf Asyl in der EU, um das sich Edward Snowden seit Wochen bemüht, sind gering. Vor allem die bürgerlichen Parteien im Europaparlament wehren sich massiv dagegen, dem NSA-Aufdecker in irgendeiner Weise Unterstützung zukommen zu lassen. Zu groß ist die Angst, sich ernsthafte Schwierigkeiten mit den USA einzuhandeln.

Washington hat die europäischen Verbündeten eindringlich davor gewarnt, den 30-jährigen Amerikaner aufzunehmen. Man will Snowden in den USA vor Gericht stellen, was dieser allerdings ablehnt. Er mache sich keinerlei Hoffnungen auf ein faires Gerichtsverfahren.

Regelmäßig versucht Snowden aus Moskau dennoch mit der Öffentlichkeit im Westen Kontakt aufzunehmen, etwa über Interviews oder Gastbeiträge in Medien. Auch im Internet stellte er sich Fragen, etwa über eine Webseite der courage-foundation, einer Gruppe von Unterstützern, die auch Spenden für ihn sammeln (freesnowden.is).

Auftritt bei Festival

Montagabend trat er per Videoübertragung auf dem SXSW-Festival in Austin, Texas, auf. Das "South by Southwest" ist nicht nur das größte Festival für Musik, Film und elektronische Kommunikation in den USA, es ist auch ein Forum für alle Arten von kritischen Bürgerbewegungen. In Vorträgen und Workshops melden sich prominente Querdenker aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Umweltschutz zu Wort.

Snowdens Teilnahme, wenn auch nur über Bildschirm, war ein Höhepunkt des Festivals. Dabei kritisierte er die Nachrichtendienste wegen ihres massenhaften Abhörens der Internet-Kommunikation. Gerade deswegen seien den Diensten wichtige Hinweise durch die Lappen gegangen. Die Überwachung des Internetverkehrs produziere Unmengen von Daten, die durchforstet werden müssten. "Dieser Mangel an Schwerpunktsetzung hat dazu geführt, dass wir Hinweise verpasst haben, die wir nicht hätten verpassen sollen", sagte Snowden.

Seine Tausenden Zuhörer rief Edward Snowden dazu auf, im Kampf gegen die massive Überwachung durch die Geheimdienste mitzuhelfen. "Wir brauchen Euch, um das in Ordnung zu bringen", appellierte er via Live-Stream an die Festivalgäste.