Politik | Ausland
24.11.2017

Simbabwe: Weiße Farmer sollen entschädigt werden

Tausende weiße Farmer waren unter dem ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe enteignet worden.

Der neue simbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa hat angekündigt, die unter seinem Vorgänger Robert Mugabe enteigneten weißen Farmer zu entschädigen. "Meine Regierung verpflichtet sich, diese Farmer, deren Grundstücke beschlagnahmt wurden, zu entschädigen", sagte Mnangagwa am Freitag nach seiner Vereidigung in der Hauptstadt Harare.

Im Jahr 2000 hatte eine Enteignungswelle begonnen, in deren Zuge mehr als 4.000 der 4.500 weißen Farmer des Landes mit Unterstützung des Staates enteignet wurden. Offizielles Ziel war es, aus der Kolonialzeit resultierende Ungerechtigkeiten zu beenden. Nach Angaben von Kritikern profitierten jedoch vor allem Mugabe-Anhänger von der Umverteilung. Die landwirtschaftliche Produktion des südafrikanischen Landes brach zusammen.

Korruption "müsse aufhören"

In seiner Antrittsrede würdigte Mnangagwa seinen umstrittenen Vorgänger Robert Mugabe, dem er als Vize-Präsident gedient hatte, als "Vater der Nation". Armut und Korruption im Land sagte er den Kampf an. "Wir werden Jobs für unsere Jugend schaffen und die Armut für die gesamte Bevölkerung verringern", versprach der neue Amtsinhaber. Die Korruption müsse "sofort aufhören". Wo es Korruption gebe, müsse diese schnell geahndet werden.

Zuvor hatte der 71-Jährige vor zehntausenden jubelnden Menschen bei einer Zeremonie im Nationalstation in der Hauptstadt Harare den Amtseid abgelegt. Der 93-jährige Mugabe war am Dienstag unter massivem Druck zurückgetreten, nachdem die Armee ihn entmachtet und unter Hausarrest gestellt hatte. Mugabe hatte Simbabwe 37 Jahre mit harter Hand und zunehmend autokratisch regiert.