Donald Trump trotzt seinen Kritikern.

© APA/AFP/GETTY IMAGES/TY WRIGHT

Schlammschlacht
10/14/2016

Sexskandale und kein Ende – Wahlkampf mit allen Mitteln

Vergewaltigungsopfer, Klagsdrohungen und First Lady Michelle Obama im Frontalangriff.

von Konrad Kramar

Vergewaltigung durch Bill Clinton in der Wahlkampfzentrale, massive sexuelle Belästigung durch Donald Trump in der Business Class eines Flugzeugs: Kein US-Nachrichtensender kommt in diesen Tagen ohne täglich neue Opfer sexueller Übergriffe aus. Ständig unterbrochen durch wuchtige "Exclusive"- oder "Breaking News"-Inserts erzählen Damen inzwischen meist fortgeschrittenen Alters über das, was ihnen vor 25 bis 40 Jahren angetan wurde, wahlweise von Donald Trump oder Bill Clinton. Der Ex-Präsident und Ehemann Hillarys scheint tatsächlich eine schier endlose Reihe von Frauen sexuell missbraucht zu haben.

Eine unerschöpfliche Quelle an erschütternden Geständnissen für den konservativen Sender Fox News, der ohne auch nur einen Anstrich von Objektivität für Donald Trump Wahlkampf führt, exakt so wie auf der Gegenseite MSNBC für Hillary Clinton.

Der Fox-Vorkämpfer in Sachen Trump ist Talkshow-Präsentator Sean Hannity. Selbst als Berater für die Trump-Kampagne aktiv, attackiert er nicht nur die Clintons, sondern auch alle Republikaner, die sich von dem Populisten inzwischen distanziert haben. Begriffe wie "Verräter" oder "Hinterhalt" sind da ständig zur Hand.

Hannitys jüngster Trumpf ist die inzwischen 53-jährige Kathy Shelton. Sie wurde 1975 als Zwölfjährige vergewaltigt. Der Täter, ein 41-jähriger Mann, wurde von Hillary Clinton verteidigt, die es tatsächlich schaffte, den Angeklagten weitgehend zu entlasten. Während Clinton selbst diese Aufgabe, die ihr als Anwältin zugewiesen worden war, als extrem belastend bezeichnet hat, erzählte Shelton in Hanniys TV-Show ganz anderes: Clinton habe sie offen verspottet, ihre Glaubwürdigkeit angezweifelt. Sie sei das "erste Opfer" der heutigen Präsidentschaftskandidatin, die eine Heuchlerin sei .

"Nicht mehr normal"

Hillarys stärkste Stimme im Wahlkampf ist Michelle Obama. Die First Lady, die höhere Sympathiewerte als ihr Mann genießt, absolviert seit Wochen Auftritte in umkämpften Bundesstaaten. Bei ihrem letzten Stopp in New Hampshire aber wurde sie deutlich wie noch nie zuvor.

Die jüngsten Enthüllungen über Trump nannte sie "ekelerregend, schändlich und Angst einflößend". Das alles, so die wie selten aufgebrachte First Lady, sei keine Frage von normaler Politik mehr, sondern von " menschlichem Anstand – von richtig oder falsch".

Egal für welche Partei man üblicherweise eintrete, keine Frau könne Äußerungen wie die von Trump akzeptieren: "Wenn ein Kandidat damit angeben kann, Frauen sexuell zu missbrauchen, verlieren wir Frauen jegliche Autorität. Stoppt diesen Wahnsinn."

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