Symbolbild

© Reuters/HENRY ROMERO

Sexskandal in Mexiko
04/11/2014

Ein Harem auf Parteikosten

Ein Politiker engagierte Hostessen und verkaufte sie dann weiter.

Ein Parteifreund des Präsidenten Enrique Peña Nieto soll sich über Jahre auf Parteikosten einen Harem mit bis zu 20 Frauen aufgebaut haben, die bestens bezahlt Liebesdienste verrichten mussten – und, wenn sie in Ungnade gefallen waren, weiterverkauft wurden.

Wie der Spiegel berichtet, melden sich fast täglich neue Opfer des 45-jährigen Parteichefs der Institutionalisierten Revolution (PRI) von Mexiko-Stadt. Cuauhtémoc Gutiérrez de la Torre ist bereits zurückgetreten, doch sein Fall ist selbst für das skandalerprobte Mexiko bizarr.

Eine Journalistin des Radiosenders Noticias-MVS bewarb sich auf eine Zeitungsannonce, in der es hieß: "Frauen zwischen 18 und 32 Jahren für Arbeit in Regierungsbüros gesucht, flexible Arbeitszeiten, Bezahlung zwischen 8000 und 14.000 Pesos." Das sind umgerechnet 450 bis 780 Euro. Zum Vergleich: Der Mindestlohn im Mexiko-Stadt beträgt 85 Euro pro Monat.

Die Journalistin wurde zu einem Vorstellungsgespräch gebeten, bei dem ihre Maße und ihr Gewicht notiert wurden. Erst nachdem die Assistentinnen des etwas dicklichen Parteichefs Vertrauen zu ihr aufgebaut hatten, rückten sie mit der Wahrheit heraus. Auf Tonbandmitschnitten wird ihr geraten, den künftigen Chef "liebevoll zu behandeln" und "immer mit Küsschen" zu begrüßen. Dann wird der Bewerberin erklärt, dass die Arbeit auch "Abendtermine" beinhalte, bei denen die Aspirantinnen bereit sein müssten, "Oral- und Vaginalsex mit Cuauhtémoc Gutiérrez" zu haben. Dann heißt es: "Du hast nur mit ihm zu tun, aber nicht jeden Tag, er nimmt dich auch nicht in ein Hotel mit". Absolute Diskretion sei Voraussetzung. Erst wenn der Chef die Bewerberin sieht und den Daumen hebt, wird sie formell zur PRI-Mitarbeiterin.

Noch während der Radiosender über den Fall berichtete, meldete sich Cuauhtémoc Gutiérrez de la Torre und stritt alles ab. Inzwischen ist er zurückgetreten, ein Parteiausschlussverfahren läuft. Aber mittlerweile geht es nicht mehr nur um Prostitution, sondern auch um Menschenhandel, denn Cuauhtémoc Gutiérrez de la Torre soll mehrere Frauen auch weiterverkauft haben. Bereits 2003, so berichtet eine Zeitung, soll der Politiker einen ähnlichen Ring von privaten Prostituierten aufgebaut haben. Die Frauen kamen damals aus Osteuropa.

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