Politik | Ausland
20.03.2016

Selbstmordattentäter von Istanbul war IS-Anhänger

Salzburger Bürgermeister entging dank Kaffeepause dem Anschlag. Furcht vor weiteren Angriffen.

Bei dem Selbstmordattentäter von Istanbul handelt es nach Regierungsangaben um einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat. Der türkische Innenminister Efkan Ala teilte am Sonntag in Ankara mit, der Attentäter sei als Mehmet Ö. identifiziert worden. Er stamme aus dem türkischen Gaziantep. Der IS bekannte sich zunächst nicht zu der Tat.

"Konkrete Bedrohung" von Touristen

Der Selbstmordattentäter hatte am Samstag in der belebten Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal vier Menschen mit in den Tod gerissen und nach neuesten Angaben 39 verletzt. Drei der Todesopfer sind Israelis, von denen zwei auch die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, 15 Verletzte befänden sich noch im Krankenhaus. Israel hat seine Bürger eindringlich vor Reisen in die Türkei gewarnt. Es bestehe die Sorge vor weiteren Attentaten sowie eine „konkrete Bedrohung“ von Touristen in dem Land.

Auch die Türkei selbst rechnet mit weiteren Anschlägen zum kurdischen Neujahrsfest. Die Straßen der Metropole waren am Sonntag ungewöhnlich ruhig, die Einkaufsstraße Istiklal - Ort des Attentats vom Samstag - auf Fernsehaufnahmen fast menschenleer. Über der Stadt kreisten Polizeihubschrauber.

Kaffeepause rettete Heinz Schaden

Der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden ( SPÖ), der mit seiner Frau den Urlaub in Istanbul verbringt, entging nach eigenen Angaben nur knapp dem Anschlag. Sie wären zum Zeitpunkt der Explosion in der Einkaufsstraße gewesen, wenn sie auf dem Weg dorthin nicht eine Kaffeepause eingelegt hätten. Schaden ist nicht das erste Mal bei einem Unglück glimpflich davon gekommen. 2012 war er Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff " Costa Concordia", als es vor der italienischen Küste havarierte und 32 Menschen starben. Der Bürgermeister blieb unverletzt.

Der Anschlag in Istanbul ist der vierte seiner Art in der Türkei heuer. Am vergangenen Sonntag waren bei einem Selbstmordangriff in Ankara 37 Menschen getötet worden. Im Februar starben ebenfalls in der Hauptstadt bei einem ähnlichen Anschlag 29 Menschen. Kurdische Extremisten haben sich zu beiden Angriffen bekannt. Im Jänner hatte ein Selbstmordattentäter zehn Menschen im historischen Zentrum Istanbuls getötet, die meisten von ihnen Deutsche. In diesem Fall machte die türkische Regierung den IS für den Anschlag verantwortlich.