Politik | Ausland
16.06.2017

Schwiegersohn im Fadenkreuz

Ermittler durchleuchtet Jared Kushners Geschäfte.

US-Präsident Trump beantwortet Fragen zur Affäre um mögliche illegale Absprachen seines Teams mit Russland bereits seit Wochen nur mehr durch einen Anwalt. Jetzt hat sich auch sein Vize Mike Pence einen derartigen Aufpasser zugelegt. Angesichts der laufenden Untersuchung durch Sonderermittler Robert Mueller, die sich mittlerweile auch gegen Trump persönlich richtet, engagierte Pence den bekannten Juristen Richard Cullen.

Neben Pence gerät auch Trumps wohl engster Vertrauter ins Visier von Ermittler Mueller: Jared Kushner, Schwiegersohn und offizieller Präsidenten-Berater mit weitreichenden Befugnissen. Wie die Washington Post unter Berufung auf involvierte Personen berichtete, sollen die Finanzen und Geschäfte des 36-jährigen Immobilientycoons (er hat die Leitung seiner Firma offiziell abgegeben) durchleuchtet werden.

Geheime Leitung

Besonderes Augenmerk legt Mueller demnach auf ein Treffen Kushners mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak in der Zeit zwischen Trumps Wahl im November und dem Amtsantritt im Jänner. Dabei soll Kushner vorgeschlagen haben, eine abhörsichere Kommunikationsleitung zwischen Trump-Vertrauten und dem Kreml einzurichten. An dem Treffen soll auch Michael Flynn teilgenommen haben, der später Trumps Sicherheitsberater wurde, wegen seiner Russland-Kontakte aber bald zurücktreten musste. Mueller will auch klären, was Kushner mit dem Chef der staatlichen russischen Entwicklungsbank besprach – seine Immobilien-Firma bemühte sich zur selben Zeit um einen Kredit bei eben dieser Bank.

Kushners Anwalt sagte, sein Mandant werde Auskunft über alles geben, was er über Russland wisse. Trump äußerte sich wie üblich via Twitter: "Nach sieben Monaten Ermittlungen und Anhörungen über meine , Absprachen mit den Russen‘ kann niemand einen Beweis präsentieren. Traurig!"