Politik | Ausland
31.10.2017

Kind sprengte sich in Kabul in die Luft

Seit Jahresanfang hat es in Kabul rund 15 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben.

Ein Kind hat sich im Diplomaten- und Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft gesprengt und nach verschiedenen Berichten bis zu acht Menschen mit in den Tod gerissen. Binnen kurzer Zeit hätten Ambulanzen mindestens 23 Menschen in Kliniken gebracht, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Majroh, am Dienstagabend (Ortszeit).

Der Sprecher der Kabuler Polizei, Basir Mujahid, erklärte, alle Opfer seien Afghanen und Zivilisten. Der Attentäter sei erst zwölf oder 13 Jahre alt gewesen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich.

Problemlos eingeschlichen

Auf wen oder was genau der Attentäter es abgesehen hatte, blieb zunächst unklar. In der Nähe lägen "die Büros des staatlichen Fernsehens, ausländische Botschaften und das Büro für auswärtige Beziehungen des Verteidigungsministeriums", sagte Polizeisprecher Mujahid. Aus einer Stellungnahme des Ministeriums ging hervor, dass Ministeriumsangestellte nicht betroffen waren.

Der Attentäter hatte sich offenbar problemlos in eine schwerbewachte Zone eingeschlichen. Die sogenannte Straße 14 führt in einen normalerweise an allen Zugangsstraßen abgesperrten Block, in dem sich unter anderem das NATO-Hauptquartier, der Präsidentenpalast, die US-Botschaft, die britische Botschaft oder das Büro der Weltbank befinden. An einem anderen Ende des Blocks liegt auch die deutsche Botschaft, vor der Ende Mai eine schwere Lastwagenbombe explodiert war. Rund 150 Menschen starben damals.

Seit Jahresanfang hat es in Kabul damit 17 schwere Anschläge mit Hunderten Toten und Verletzten gegeben. Hinter ihnen steckten sowohl die radikalislamischen Taliban als auch der IS. Kämpfer des sunnitischen IS hatten erst vor elf Tagen eine schiitische Moschee angegriffen und 71 Menschen getötet.