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Schwere Explosion in Kabul: 95 Tote
Mindestens 95 Tote und 140 Verletzte forderte eine schwere Explosion im Zentrum der afghanischen Hauptstadt.
Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Samstag nach offiziellen Angaben mindestens 95 Menschen getötet worden. 140 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.
Nach Angaben des Innenministeriums wurde die Tat von einem SelbstmordattentĂ€ter verĂŒbt, der seinen Sprengsatz in einem Rettungswagen versteckt hatte. Zu dem Anschlag, der sich in der NĂ€he mehrerer Botschafts- und RegierungsgebĂ€ude ereignete, bekannten sich die radikalislamischen Taliban.
Der AttentĂ€ter habe den Rettungswagen genutzt, um Sicherheitskontrollen passieren zu können, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. An einem ersten Kontrollpunkt sei er durchgewunken worden, weil er angegeben habe, Patienten zu einem nahegelegenen Krankenhaus zu bringen. An einem zweiten Kontrollpunkt sei er aber "erkannt" wurden. Dort habe er dann seinen Sprengsatz gezĂŒndet.
In der NĂ€he des Innenministeriums
Nach Angaben des Sprechers ereignete sich die gewaltige Explosion in der NĂ€he des alten GebĂ€udes des Innenministeriums. In der NĂ€he befinden sich auch BĂŒros der Vertretung der EuropĂ€ischen Union BĂŒros, das Kabuler PolizeiprĂ€sidium und der Sitz des Hohen Friedensrats zur Aussöhnung mit den AufstĂ€ndischen.
Der Anschlag habe einen Kontrollpunkt des Hohen Friedensrats zum Ziel gehabt, sagte ein Friedensrats-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Bisher sei aber unklar, ob auch Mitglieder des Gremiums unter den Toten und Verletzten seien.
Fotos in sozialen Netzwerken zeigten eine riesige Rauchwolke, an umliegenden GebÀuden gingen Fensterscheiben zu Bruch. Die italienische Hilfsorganisation Emergency teilte mit, in ihr Krankenhaus in Kabul seien mehr als 50 Menschen eingeliefert worden. Emergency-Koordinator Dejan Panic sprach von einem " Massaker".
In Kabul hatte die Zahl der AnschlĂ€ge zuletzt stark zugenommen. Die Hauptstadt gilt inzwischen als einer der gefĂ€hrlichsten Orte fĂŒr Zivilisten in Afghanistan. Vor einer Woche hatten KĂ€mpfer der Taliban das Intercontinental-Hotel angegriffen und mindestens 22 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren AuslĂ€nder.
Samstag frĂŒh hatten die afghanischen Behörden in einer Sicherheitswarnung speziell an AuslĂ€nder vor möglichen neuen AnschlĂ€gen der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gewarnt. Die IS-KĂ€mpfer planen demnach AnschlĂ€ge auf SupermĂ€rkte, GeschĂ€fte und Hotels, die von AuslĂ€ndern besucht werden.