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EU-Wahl
04/11/2014

Schwarz setzt auf gefühlvoll, Blau bleibt aggressiv

Neun Listen treten am 25. Mai an. Bei der FPÖ steigt nun Strache selbst in den Wahlkampf-Ring.

von Margaretha Kopeinig

Bono bringt es auf den Punkt: "Europa ist mehr als ein Gedanke. Europa muss zu einem Gefühl werden", verkündete der Musiker der Rockband U2 vor gut einem Monat beim Konvent der Europäischen Volkspartei (EVP) in Dublin.

Genau diesen Satz nimmt Othmar Karas, der Spitzenkandidat der ÖVP, für seine Wahlwerbung. Ungewohnt lässig im Pullover und ohne Brille steht der ansonsten etwas steif wirkende Karas vor dem Bono-Spruch. Am Freitag wurde das Riesenplakat von 30 Meter Höhe in Wien enthüllt.

44 Tage sind es noch bis zur EU-Wahl am 25. Mai – und langsam kommt der Wahlkampf in die Gänge.

Auch die FPÖ und die Neos stellten ihre Plakate vor. Die Neos wollen die Österreicher zu mehr Offenheit gegenüber der EU bewegen: "Wir schauen über den Tellerrand", heißt ihr Slogan – sie wollen damit ihre Europa-Begeisterung, pardon: Europa-Liebe, unterstreichen. Allerdings, um die Österreicher wirklich zu erobern, braucht es noch viel politische Beziehungsarbeit.

Denkzettelwahl

Die FPÖ setzt nach dem Rausschmiss des Spitzenkandidaten Andreas Mölzer ganz auf ihren Chef Heinz-Christian Strache. Sein Konterfei ziert die Plakate mit dem Text "Österreich denkt um – zu viel EU ist dumm", oder: "Wir verstehen Eure Wut – zu viel EU tut niemand gut". Welches Europa sie wirklich wollen, sagt die FPÖ nicht, sie lässt damit die Wähler im unklaren.

Spitzenkandidat Harald Vilimsky ist bei der ersten Plakatwelle nur auf einem der Sujets zu finden. Man habe sich ganz bewusst für den Einsatz des Parteichefs entschieden, sagt Wahlkampfleiter Herbert Kickl, da der Urnengang eine "innenpolitische Denkzettelwahl" ist.

Bereits Ende März präsentierte die SPÖ ihre erste Plakatserie mit Spitzenkandidat Eugen Freund und dem Slogan "Europa im Kopf. Österreich im Herzen".

Breites Spektrum

Neun Listen rittern in Österreich um 18 Mandate in der europäischen Volksvertretung, gab Freitagabend Robert Stein, der Leiter der Wahlbehörde im Innenministerium, bekannt. Das politische Spektrum dieser Listen reicht von Befürwortern (ÖVP, SPÖ, Grüne, Neos) bis hin zu EU-feindlichen Gruppen. EU-Stop etwa fordert den Austritt Österreichs aus der EU. Gescheitert sind die "Monarchisten", sie haben die 2600 Unterstützungserklärungen nicht geschafft.

Erst nach Ostern wollen die Parteien ihren intensiven Wahlkampf starten. Nach vorläufigen Umfragen zeichnet sich ein Dreikampf von ÖVP, SPÖ und den Freiheitlichen um den ersten Platz ab.

FP wirbt "gegen die Dummheit":

Fakten zur EU-Wahl am 25. Mai 2014

Zahl der Wahlberechtigten

6.409.612 Personen, darunter auch die Erstwähler. Wählen mit Wahlkarte ist möglich.

Wählen mit 16

Österreich ist das einzige EU-Land, in dem 16-Jährige wählen dürfen.

Zahl der EU-Abgeordneten

18 Parlamentarier (derzeit 19). Insgesamt hat das Parlament 751 Sitze für 28 Mitglieder zu vergeben.VorzugsstimmenKönnen durch Eintragung auf dem Stimmzettel vergeben werden.

Neun Listen

ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, Neos, BZÖ, Europa anders, Rekos, EU-Stop.

Die österreichischen Kandidaten

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