Politik | Ausland
17.08.2017

Schulz wirft Trump Nähe zum Ku-Klux-Klan vor

SPD-Kanzlerkandidat fordert mehr Distanz von Merkel.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat US-Präsident Donald Trump erneut mangelnde Distanzierung von Rechtsextremisten vorgeworfen. "Es ist unerträglich, dass der Präsident dieser großen freiheitsliebenden Nation Neonazis nicht in die Schranken weist", sagte der deutsche Sozialdemokrat am Donnerstag in einem Interview von Phoenix und Deutschlandfunk.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ( CDU) warf er indirekt vor, sich nicht klar genug zu Trump zu positionieren. "Ich finde gerade ein deutscher Kanzler müsste dem amerikanischen Präsidenten sagen: Wenn Du nicht in der Lage bist, Dich mit klaren Sätzen von Nazis zu distanzieren, dann ist das absolut unakzeptabel."

Schulz sagte, man wisse nicht genau, wer den entscheidenden Einfluss auf Trump habe: "Leute, die dem Ku-Klux-Klan nahe stehen, die rassistisch und verantwortungslos handeln, oder diejenigen, die in der traditionellen, durchaus rechts orientierten, aber traditionell verantwortungsbewussten amerikanischen Politik handeln." Sein Eindruck sei, dass mal die eine und mal die andere Seite den entscheidenden Einfluss habe.

"Fehlinterpretation"

Trump wird selbst aus seiner eigenen republikanischen Partei vorgeworfen, sich nach den gewalttätigen Ausschreitungen bei einer Rassisten-Kundgebung in Charlottesville nicht klar genug von den Rechtsextremisten distanziert zu haben. In einer Serie von Twitternachrichten verteidigte er am Donnerstag seine Haltung und warf den Medien Fehlinterpretation seiner Worte vor.

Er habe niemals Mitglieder des rassistischen Ku-Klux-Klans, Neonazis und Rassisten auf eine moralisch gleiche Ebene mit friedlichen Demonstranten gestellt. Dem republikanischen Senator Lindsey Graham, einem innerparteilichen Kritiker Trumps, warf der Präsident deshalb "eine widerliche Lüge" vor (mehr dazu hier).