"Schon wieder trifft es Haiti - die Menschen tun mir leid"

Eine Frau trägt ein Kind auf dem Rücken durch eine zerstörte Gegend.
Nach dem Tropensturm Matthew fehlt es einer Million Menschen in Haiti an allem. Hilfe tut not.

Während die Menschen an der US-Ostküste am Samstag vor dem nahenden Hurrikan zitterten – Millionen Amerikaner verließen die Region –, wird in Haiti schon eine erste Schadensbilanz gezogen: Fast 900 Menschen kamen ums Leben, etwa eine Million Menschen brauchen Hilfe. Vor allem die Bewohner im Südwesten des ohnehin bitterarmen Karibikstaates haben alles verloren.

"Mit tun die Menschen in Haiti leid. Sie trifft völlig unverschuldet eine Naturkatastrophe nach der anderen", sagt Robert Moosbrugger, Haiti-Experte und Helfer der Caritas. Der 40-jährige Bregenzer, der seit dem Erdbeben mit 200.000 Toten vor fast sieben Jahren in und für Haiti im Einsatz ist, fliegt heute nach Port-au-Prince. Die lokalen Caritas-Helfer sind bereits im Dauereinsatz, um den Menschen zu helfen, sie verteilen Essen, Trinkwasser, Hygieneartikel, Matratzen. "Es fehlt an allem. Unser Caritas-Team in der Hauptstadt versucht alles einzukaufen, was zu bekommen ist."

Erst Beben, dann Cholera, jetzt Sturm

Luftaufnahme einer zerstörten Stadt nach einer Naturkatastrophe.
Buildings destroyed and damaged by Hurricane Matthew are seen in Jeremie, in western Haiti, on October 7, 2016. The full scale of the devastation in hurricane-hit rural Haiti became clear as the death toll surged over 400, three days after Hurricane Matthew leveled huge swaths of the country's south. / AFP PHOTO / Nicolas GARCIA
"Mir bricht das Herz, dass es schon wieder Haiti trifft", sagt der Vorarlberger. "2010 das schwere Erdbeben, 2012 eine Cholera-Epidemie, die von Helfern – UN-Soldaten aus Nepal – eingeschleppt wurde. 2012 hat Haiti wieder ein Hurrikan, wenn auch nicht so stark, getroffen. Und jetzt dieser." Ein Trost ist ihm die Rückmeldung seines Teams aus Haiti, dass die Caritas-Projekte, die nach dem Erdbeben umgesetzt wurden, nicht betroffen sind. Weder die Schule für 1000 Kinder in einem Elendsviertel der Hauptstadt noch ein Mädchenwohnheim und auch nicht die Häuser, die für rund 1000 Familien in und um Port-au-Prince repariert oder aufgebaut wurden.

Der Tropensturm erreichte Samstagfrüh die US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina, hat sich aber auf Stufe 1 abgeschwächt. Zum Vergleich: Auf Haiti tobte Matthew mit Stufe 4.

Ein Mann steht vor einem beschädigten Haus, umgeben von Trümmern und zerstörter Vegetation.
A man washes clothes in front of his destroyed house after Hurricane Matthew passes Jeremie, Haiti, October 7, 2016. REUTERS/Carlos Garcia Rawlins
Caritas bittet um Spenden ( Hurrikan Haiti):Online: www.caritas.at oder PSK: IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004 BIC: OPSKATWW. Erste Bank: IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560 BIC: GIBAATWWXXX

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