Mitglied der irakischen Anti-Terror-Eliteeinheiten in Mosul

© APA/AFP/AHMAD AL-RUBAYE

100.000 Flüchtlinge
03/15/2017

Schlacht um Mosul geht in letzte Phase

Nächstes Ziel der irakischen Truppen ist die Eroberung der Großen Moschee. 100.000 Zivilisten sind auf der Flucht.

Die Schlacht um die von der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) besetzte irakische Stadt Mosul geht in ihre letzte Phase. Am Mittwoch eroberten die irakischen Truppen die Eiserne Brücke, die den Osten Mosuls mit der Altstadt im Westen verbindet. Einheiten von Polizei und Innenministerium hätten den Übergang über den Tigris eingenommen, teilte die Polizei mit.

Damit sind nun drei der fünf Brücken unter Kontrolle der Regierungstruppen. Die IS-Miliz ist mittlerweile im Westen der Metropole eingekesselt und auch von Nachschub aus Syrien abgeschnitten. Nächstes Ziel der irakischen Truppen ist die Eroberung der Großen Moschee. Sie ist von besonderer symbolischer Bedeutung, denn dort hatte 2014 der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi sein Kalifat ausgerufen, ein streng islamisches Reich in Irak und Syrien.

Kämpfe im Museumsviertel

Über Twitter wurden am Mittwoch Fotos veröffentlicht, die Rauchschwaden in unmittelbarer Nähe der Moschee zeigen sollen. Heftige Kämpfe waren auch aus dem Museumsviertel zu hören. Dort explodierte eine Autobombe der Islamisten. Am Dienstag hatten irakische Truppen beim Kampf um das Viertel Bab al-Tob den IS-Kommandanten der Altstadt, Abu Abdul Rahman al-Ansari, getötet. Viele der anderen IS-Anführer haben Mosul schon vor Tagen verlassen.

Während sich der Belagerungsring um die IS-Kämpfer immer enger zieht, nimmt die Intensität der Kämpfe zu. Die irakischen Truppen kämpfen sich in den engen Gassen von Haus zu Haus vor. In vielen Gebäuden gibt es Sprengfallen. Die Extremisten haben Heckenschützen platziert, detonieren Autobomben und beschießen ihre Gegner mit Granatwerfern. Der Häuserkampf kann nach Militärangaben noch Tage dauern. Da viele Zivilisten in den umkämpften Stadtvierteln sind, ist eine Bekämpfung der Extremisten mit Flugzeugen und Artillerie kaum möglich. Derzeit werden nach Angaben der Armee Einsätze aus der Luft auch durch schlechtes Wetter erschwert.

In Bagdad erklärte Ministerpräsident Haider al-Abadi am Dienstagabend, die IS-Kämpfer müssten kapitulieren oder sie würden getötet. Die Familienangehörigen der Extremisten würden als Zivilisten betrachtet und fair behandelt, sicherte er zu.

100.000 auf der Flucht

Die Kämpfe um den Westteil der Stadt haben bisher fast 100.000 Menschen in die Flucht getrieben. Seit dem Beginn der Offensive der irakischen Regierungstruppen im vergangenen Monat seien von dort 97.374 Menschen geflohen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Mittwoch mit. Der Westen von Mosul wird von der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehalten.

Zum Beginn der Offensive vor knapp einem Monat waren in der Metropole rund 750.000 Menschen ansässig. Der IOM zufolge sind unter den seither geflüchteten Irakern fast 16.300 Familien, die nun außerhalb von West-Mosul Schutz suchen.

Die irakischen Streitkräfte hatten am 19. Februar eine Offensive gestartet, um den IS aus West-Mosul zu vertreiben. Ende Jänner hatte die Armee bereits den Ostteil der zweitgrößten Stadt des Landes eingenommen. Der IS hatte Mosul im Juni 2014 erobert.

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