Brigitte Bardot macht auf Depardieu

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Foto: REUTERS Brigitte Bardot findet, dass Putin "mehr für den Tierschutz getan hat als alle unsere Präsidenten".

Die französische Schauspielerin hat "die Nase gestrichen voll" von Frankreich - Grund sind zwei Elefanten.

Die französische Schauspielerin und Tierschützerin Brigitte Bardot (78) lässt ihrer Empörung über die geplante Tötung zwei kranker Zirkuselefanten freien Lauf. Nach ihrem angedrohten Nationalitätenwechsel werde sie bald den russischen Präsidenten Putin besuchen, sagte Bardot der Zeitung Nice-Matin am Samstag. "Ich meine das sehr ernst. Ich habe die Nase gestrichen voll und ertrage dieses Land nicht mehr."

Bardot tritt damit in die Fußstapfen ihres Schauspieler-Kollegen Gerard Depardieu ("Asterix und Obelix"). Er hat nach eigenen Angaben aus Liebe zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin die Nationalität gewechselt. Putin hatte dem 64-Jährigen am Donnerstag per Erlass die russische Staatsbürgerschaft verliehen (mehr dazu hier).

Brigitte Bardot - ehemalige Schauspielerin und weltbekanntes Sexsymbol - ist heute für ihre Liebe zu Tieren bekannt. Jetzt will die gebürtige Französin aus diesem Grund auch ihre Nationalität wechseln: Sie ist empört über die geplante Tötung zwei kranker Zirkuselefanten in  Lyon. Sie wolle die russische Staatsbürgerschaft beantragen "um aus diesem Land zu fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist", so die 78-Jährige. Bardot startete ihre Karriere als Model mit 15 Jahren und wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem der meistgefragten Mannequins von Paris. Dank des Regisseurs Marc Allégret und dessen Mitarbeiter Roger Vadim (im Bild mit Bardot) - der von 1952 bis 1957 ihr erster Ehemann werden sollte - schaffte sie den Schritt ins Filmbiz. Noch 1952 stand Bardot unter der Regie von Jean Boyer für "Le Trou Normand" zum ersten Mal vor der Kamera. Der internationale Durchbruch kam vier Jahre später mit Vadims erstem Film "Und immer lockt das Weib". 1959 heiratete die schwangere Bardot den Schauspieler Jacques Charrier. Im Jahr darauf wurde dann Sohn Nicolas-Jacques Charrier geboren. Er wuchs bei den Großeltern auf und lebt heute in Norwegen. Zu diesen Zeitpunkt war Brigitte Bardot bereits eine der begehrtesten und meistfotografierten Frauen Europas. Von 1966 bis 1969 war Bardot mit Gunter Sachs - einer der bekanntesten Playboys der 60er und 70er-Jahre - verheiratet. Modegeschichte schrieb sie mit der Popularisierung des Bikinis, insbesondere im damals noch verschlafenen Fischerstädtchen Saint Tropez, sowie hochtoupierten Beehive-Frisuren. 1973 beendete sie abrupt ihre Karriere als Filmschauspielerin. Sie hat seitdem nie wieder einen Film gedreht - abgesehen von dem Dokumentarfilm "Und Brigitte schuf Bardot" im Jahr 2009. Noch in den 60ern fing Bardot an sich für den Tierschutz einzusetzen: Insbesondere prangert sie seitdem den Umfang und die Methoden der Robbenjagd an. Seit den 1990ern steht Bardot der extremen französischen Rechten um den Front National und seinem ehemaligen Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen nahe. Ihr Ehemann Bernard d’Ormale ist ein führendes Mitglied des Front National.

Bardot: Putin "sehr human"

Bardot sagte, der russische Präsident sei "sehr human" und habe "mehr für den Tierschutz getan als alle unsere Präsidenten". Bardot hatte am Freitag damit gedroht, die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen, wenn die zwei Zirkuselefanten "Baby" und "Nepal" in Lyon getötet würden, "um aus diesem Land zu fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist". Bei den Tieren besteht Verdacht auf Tuberkulose.

Scharfe Kritik äußerte der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit (67). Er nannte Bardot und Depardieu "ausgesprochene Dummköpfe". "Wenn sie sich zu Putin ins Bett legen wollen, dann sollen sie es tun, damit ist die Angelegenheit geregelt", sagte er am Freitag dem Fernsehsender BFMTV.

Depardieu in Russland angekommen

Gerard Depardieu ist nach Angaben des Kremls übrigens am Samstag zu einem "Privatbesuch" in Russland eingetroffen. Der 64-Jährige sei in Sotschi am Schwarzen Meer angekommen, wo er am Abend den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen wolle. Möglicherweise werde Depardieu dann auch seinen neuen russischen Pass erhalten.

(APA/ Fotos u.a.: photopress.at / la/cs) Erstellt am
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