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© APA/AFP/MOHAMED AL-BAKOUR

Rebellengebiet
08/01/2016

Russischer Hubschrauber in Syrien abgeschossen

In Syrien ist ein Hubschrauber der russischen Armee über der von Rebellen gehaltenen Provinz Idlib abgeschossen worden.

Der Transporthubschrauber vom Typ Mi-8 sei am Montag getroffen worden, nachdem er Hilfsgüter in die von syrischen Regierungstruppen belagerte Stadt Aleppo gebracht habe, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zu dem Abschuss bekannte sich zunächst niemand. Der Hubschrauber sei auf dem Rückflug zu seinem Stützpunkt in der Mittelmeerprovinz Latakia gewesen und rund 40 Kilometer von Aleppo entfernt abgestürzt. Alle fünf Besatzungsmitglieder kamen demnach ums Leben. Sollten von den USA gelieferte Waffen zum Einsatz gekommen sein, könnte das zu erheblichen Spannungen zwischen Russland und den USA führen. Beide unterstützen im Bürgerkrieg gegnerische Seiten, bekämpfen aber auch die radikalislamische IS-Miliz.

Kein IS aktiv

Der Hubschrauber stürzte in der Nähe von Saraqeb ab. Die Stadt liegt auf halber Strecke zwischen Aleppo und dem russischen Militärstützpunkt Hmeimim am Mittelmeer. Im Absturzgebiet sind keine Angehörigen des sogenannten Islamischen Staates (IS) aktiv.

Allerdings kämpfen dort andere radikale Rebellen sowie gemäßigte und von den USA unterstützte Gruppen gegen die Truppen von Präsident Bashar al-Assad. Die USA haben moderate Rebellen mit TOW-Raketen versorgt, die gegen Panzer und Hubschrauber eingesetzt werden können. In Aleppo harren Rebellengruppen aus, die von den von Russland unterstützten Assad-Truppen eingekesselt sind. Russland hat vergangene Woche angekündigt, Korridore einzurichten, durch die Zivilisten die Stadt verlassen und Aufständische sich ergeben können. Hilfsorganisationen und Rebellen werfen Russland aber vor, die Stadt dennoch zu bombardieren und zivile Opfer in Kauf zu nehmen. Russland bestreitet, auf Zivilisten zu zielen. Südwestlich von Aleppo haben Rebellen eine Offensive gestartet, mit der sie zu ihren eingeschlossenen Kämpfern im Osten der Stadt durchbrechen wollen.

Fotos im Netz

Im Internet tauchten kurz nach dem Abschuss Fotos von Kämpfern auf, die russische Ausweispapiere zeigten, sowie von einer blutüberströmten männlichen Leiche in einer Wüstengegend, umringt von einem halben Dutzend Menschen. Die Echtheit der Fotos war nicht überprüfbar. Es ist der tödlichste Angriff auf russische Truppen in Syrien seit Beginn des russischen Einsatzes an der Seite der Regierung von Machthaber Bashar al-Assad Ende September 2015. Insgesamt starben damit nach offiziellen Angaben bereits 18 russische Soldaten in Syrien.

Der Hubschrauber sei in der Region Idlib vom Boden aus abgeschossen worden, als er zum Stützpunkt Hmeimim zurückflog, teilte das Ministerium mit. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Besatzung habe noch "heldenhaft" versucht, durch ein Flugmanöver Opfer am Boden möglichst zu vermeiden. Bei den beiden Nicht-Besatzungsmitgliedern handelte es sich den Angaben zufolge um Vertreter des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien. Wer für den Abschuss verantwortlich war, blieb zunächst unklar.

Mit einer neuen Offensive versuchten derweil jihadistische und islamistische Rebellengruppen, den Belagerungsring regierungstreuer Verbände um Aleppo zu durchbrechen. Die islamistischen Gruppen zündeten am Sonntag Autobomben und feuerten Raketen ab, während ihre Kämpfer vorrückten, um eine neue Versorgungsroute in die von Rebellen gehaltenen Stadtteile zu öffnen.

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