© APA/AFP/dpa/HENDRIK SCHMIDT

Deutschland
02/18/2017

Rechtsaußen Höcke entschuldigt sich auf AfD-Parteitag

"Ich habe ein großes Thema in einer Bierzeltrede vergeigt", entschuldigte sich Björn Höcke am AfD Parteitag für seine Holocaust-Rede. Die Partei will er, entgegen des Wunsches des Parteispitze, nicht verlassen.

Thüringens vom Parteiausschluss bedrohter AfD-Landeschef Björn Höcke hat die Parteibasis für seine umstrittene Rede zur deutschen Erinnerungskultur um Entschuldigung gebeten. "Ich habe ein großes, ein wichtiges Thema leider in einer Bierzeltrede vergeigt", sagte Höcke am Samstag auf einem Thüringer Landesparteitag in Arnstadt. Er sei in eine falsche Tonlage gefallen, habe Interpretationsspielräume zugelassen. "Das war ein Fehler. Dafür möchte ich mich hier entschuldigen."

Der 44-Jährige, der als Rechtsaußen in der AfD gilt, bekräftigte zugleich, er habe nicht gegen das Parteistatut verstoßen. Unter dem Beifall der Delegierten und Höcke-Rufen sagte er: "Ich verspreche euch, ich habe nicht vor, die AfD zu verlassen."

"Höcke gehört zu Volkspartei AfD"

Der Bundesvorstand hatte am vergangenen Montag ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen und damit auf dessen Rede in Dresden reagiert. Der Thüringer AfD-Politiker hatte unter anderem eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert. Er beklagte, die positiven Elemente der deutschen Historie würden im Vergleich zu den Gräueltaten der Nazi-Zeit nicht genügend beachtet.

Die AfD haben den Anspruch, eine Volkspartei zu werden. Das gehe nur, wenn auch Randpositionen vertreten würden, verteidigte Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef André Poggenburg Höcke. "Da gehört auch ein Björn Höcke zur Volkspartei AfD“, sagte Poggenburg. Seiner Anischt nach kämpfen in der Partei derzeit zwei Lager um deren Koalitionsfähigkeit. "Es gibt keinen Riss zwischen Liberalen und Nationalkonservativen", sagte Poggenburg.

Der Streit gehe vielmehr darum, ob die AfD schnell koalitionsfähig - beispielsweise für die CDU - werden solle oder nicht. Er plädiere dafür, dass sich die AfD mit der Koalitionsfähigkeit Zeit lässt. "Lasst uns wachsen, lasst uns Zeit“, sagte Poggenburg. Alle im Bundestag vertretenen Parteien haben sich allerdings kategorisch gegen eine Koalition mit der AfD ausgesprochen.

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