Politik | Ausland
11.12.2017

Putin markiert in Nahost starken Mann

Abzug aus Syrien. Mission für Moskau erfolgreich.

Während die Europäische Union eine gemeinsame Haltung gegenüber Israel sucht, zeigt der russische Präsident Wladimir Putin den neugewonnenen Einfluss des Kremls auf die Region. In "Mission accomplished"-Manier wie ein US-Präsident Bush stand Putin am Montag auf einer syrischen Luftwaffenbasis in Latakia und verkündete den baldigen Abzug der russischen Truppen: "Sie kehren als Sieger in Ihre Heimat zurück, zu Angehörigen - Eltern, Frauen, Kindern - und Freunden. Die Heimat erwartet Sie, Freunde. Gute Reise. Ich danke Ihnen für den Dienst", sagte Putin vor versammelter Truppe. Auch der syrische Präsident Bashar al-Assad war anwesend und dankte Putin für die russische Militärintervention im Syrien-Konflikt, die den Verlauf entscheidend zugunsten Assads ändern konnte.

Mit der erfolgreichen Intervention konnte Russland zum einen seinen einzigen Hafen am Mittelmeer schützen und gleichzeitig stärkere Kontakte zu praktisch allen Ländern der Region knüpfen. Vor allem mit dem Iran intensivierten sich die russischen Beziehungen. Ohne Putins Flugzeuge wäre es für die schiitischen Milizen deutlich schwieriger geworden, ihren Einfluss in Syrien zu stärken. Mittlerweile stehen die iranischen Revolutionsgarden an der syrisch-israelischen Grenze – und sind Israel ein gewaltiger Dorn im Auge. Später am Montag flog Putin nach Kairo, um sich dort mit Machthaber Abdel Fattah al-Sisi zu treffen und die allgemeine Lage zu diskutieren. Ebenso besuchte Putin am Montag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, mit dem er vor allem im Syrien-Konflikt eng zusammenarbeitet.

USA verlieren an Einfluss

Während die USA vor allem im Irak massiv an Einfluss verlieren und sich zusehends auf Saudi-Arabien und Israel stützen müssen, hat sich Russland in der Region etabliert und damit auch dem Iran den Weg zum Mittelmeer gebahnt.

Die neue Macht des Iran missfällt nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch Israel zutiefst – die libanesische Hisbollah wird durch eine direkte Verbindung zwischen Beirut und Teheran raschere und größere Waffenlieferungen aus dem Iran bekommen.

Wäre Russland nicht 2015 in den syrischen Konflikt auf Seiten Assads eingestiegen, würde die Situation Teherans vollkommen anders aussehen.