Tausende protestieren gegen die Abschiebung von 267 Flüchtlingen.

© REUTERS/DAVID GRAY

Australien
02/14/2016

Proteste wegen drohender Abschiebung einer Einjährigen

Tausende Australier gehen auf die Straße, um die Abschiebung von Asha zu verhindern.

Mit 12 Monaten weiß die kleine Asha noch gar nicht, was um sie herum passiert. Im Moment ist das einjährige Baby aus Nepal der Grund, warum sich hunderte Menschen vor einer australischen Kinderklinik versammeln, um gegen die restriktive Flüchtlingspolitik Australiens zu protestieren.

Baby soll wieder in Auffanglager abgeschoben werden

Australien lässt nämlich keine Bootsflüchtlinge ins Land und interniert sie stattdessen in mehreren Überseelagern. Eines davon liegt im Inselstaat Nauru, wo auch Asha und ihre Eltern festgehalten wurden. Wegen schweren Brandverletzungen musste Asha jedoch zur medizinischen Versorgung Ende Jänner auf das australische Festland gebracht werden. Nun, nachdem das Baby ärztlich versorgt worden ist, soll es wieder zurück ins Auffanglager auf der pazifischen Insel gebracht werden.

Das wollen die Ärzte der Kinderklinik "Lady Cilento" in Brisbane jedoch nicht zulassen, sie wehren sich gegen die Abschiebung. Die kleine Asha werde erst entlassen, wenn für sie ein „geeignetes häusliches Umfeld“ gefunden worden sei, heißte es auf der Facebook-Seite der Klinik.

Asha ist nicht das einzige Kind, dass von Abschiebung bedroht ist: Im Moment sollen 54 Kinder, von insgesamt 267 Flüchtlingen, in Auffanglager abgeschoben werden. Das Schicksal des Babys in Brisbane hat derweil eine Welle der Solidarität ausgelöst: Hunderte Australier versammelten sich vor dem Krankenhaus zu einer Mahnwache.

Aufruf an Australiens Premier Mitgefühl zu zeigen

Unter dem Hashtag "#LetThemStay" hat sich die Protestbewegung mittlerweile auf die australische Hauptstadt Sydney ausgebreitet. Die Welle an Solidarität zeigt indes Wirkung: Annastacia Palaszczuk, die Premierministerin der Region Queensland, in der sich die Kinderklinik befindet, appelliert an den australischen Premierminister Malcom Turnbull, Mitgefühl für die 267 Flüchtlinge zu zeigen: „Meine Regierung zeigt sich bereit, sich um die Menschen zu kümmern, die nach Nauru zurück geschickt werden sollen“. Sie rufe Turnbull dazu auf, dasselbe zu tun. Zuvor hatten sich schon Lehrer und die Kirche dem Protest angeschlossen.

Ausgangspunkt war ein Gerichtsbescheid des Obersten Gerichtshofs: Die Klage einer Frau aus Bangladesh gegen ihren Zwangsaufenthalt auf Nauru wurde abgewiesen. Der Prozess galt als Präzedenzfall für die 267 Asylbewerber, die aus medizinischen Gründen nach Australien geflogen worden waren und nun von der Rückführung bedroht sind.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.