Politik | Ausland
21.11.2017

Premier Hariri in Libanon zurückgekehrt

Hariri hat sich vor seiner Rückkehr mit dem ägyptischen Staatschef Al-Sisi in Kairo getroffen.

Erstmals seit seiner Rücktrittserklärung vor mehr als zwei Wochen ist Libanons Ministerpräsident Saad Hariri wieder in seine Heimatland zurückgekehrt. Hariri sei am späten Dienstagabend mit einer Maschine aus Kairo auf dem Flughafen in Beirut gelandet, verlautete aus seinem Umfeld. Im Libanon will der Regierungschef am Mittwoch eine Militärparade zum Unabhängigkeitstag des kleinen Landes am Mittelmeer besuchen.

Auf seinem Weg von Kairo nach Beirut hatte Hariri noch einen kurzen Zwischenstopp auf Zypern eingelegt. Wie der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, habe sich Hariri mit dem zypriotischen Präsidenten Nikos Anastasiades getroffen.

In Kairo war Hariri zu einem Gespräch mit dem ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi zusammen. Dabei wurden die jüngsten Entwicklungen im Libanon erörtert.

Mysteriöser Rücktritt

Hariri hatte Anfang des Monats von Saudi-Arabien aus seinen Rücktritt erklärt. Danach kamen Befürchtungen auf, im Libanon könne ein neuer Stellvertreterkonflikt zwischen den beiden rivalisierenden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran entstehen. Das sunnitische Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter Hariris, der schiitische Iran unterstützt die mächtige libanesische Schiitenmiliz Hisbollah.

Nahrung erhielten die Befürchtungen, weil Hariri bisher nicht in den Libanon zurückgekehrt war. Arabische Medien verbreiteten zugleich Gerüchte, Riad habe den 47-Jährigen unter Hausarrest gestellt. Saudi-Arabien wies den Vorwurf zurück.

Am vergangenen Wochenende reiste Hariri dann nach Frankreich, wo er den französischen Präsidenten Emmanuel Macron traf. Von Paris aus flog Hariri am Dienstag nach Kairo.

Bei seiner Rücktrittserklärung hatte Hariri einen angeblichen Mordkomplott der Hisbollah angedeutet. Die Miliz und den Iran beschuldigte er, in der Region Unruhe zu stiften. Libanons Präsident Michael Aoun hat den Rücktritt bislang nicht angenommen hat.