Philippinische Soldaten werden zum Schutz von Touristen eingesetzt

© APA/AFP/MARK NAVALES

Philippinen
02/14/2017

Islamisten drohen mit Mord an deutscher Geisel

Eine philippinische Islamistengruppe veröffentlichte eine Videobotschaft. Der deutsche Segler ist seit November in der Gewalt der Terroristen.

Die philippinische Islamistengruppe Abu Sayyaf hat in einem Video mit der Enthauptung des im November entführten deutschen Seglers Jürgen K. gedroht. "Die Piraten geben mir meine letzte Chance, dass sie die 30 Millionen Pesos bekommen", sagte K. in einer Videobotschaft. Sollten seine Entführer nicht binnen zwölf Tagen das geforderte Lösegeld von 570.000 Euro erhalten, werde er getötet.

Nach Angaben des auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens Site veröffentlichten die Jihadisten die Aufnahmen am Dienstag. Sie zeigen K. mit Vollbart im Dschungel sitzend. Hinter ihm stehen vier maskierte Entführer. Einer von ihnen hat eine Machete in der Hand, die anderen sind mit Gewehren bewaffnet. K. bittet die deutsche Bundesregierung eindringlich um Hilfe.

Im November gemeldet

Das philippinische Militär hatte Anfang November die Entführung von K. gemeldet. Demnach entdeckten Anwohner die vor der Südküste der Philippinen treibende Yacht des passionierten Seglers mit der Leiche seiner Partnerin Sabine M. Von K. selbst fehlte jede Spur.

Zu seiner Entführung und der Ermordung seiner Partnerin bekannte sich Abu Sayyaf in einer Audiobotschaft, auf der auch die Stimme von K. zu hören war. Am 31. Dezember veröffentlichten die Islamisten laut Site weitere Fotos von K. Die beiden Segler waren bereits 2008 von somalischen Piraten entführt worden. Damals kamen sie nach 52 Tagen wieder frei.

Abu Sayyaf wurde in den 90er-Jahren mit Geld von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gegründet und hat inzwischen der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) Gefolgschaft geschworen. Die Gruppe wurde durch die Entführung vieler Ausländer bekannt.

Im Frühjahr 2000 machte die Extremistengruppe mit der Verschleppung von elf westlichen Ausländern Schlagzeilen. Im Oktober 2014 ließ Abu Sayyaf zwei deutsche Segler nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Die Islamisten erklärten, sie hätten umgerechnet mehr als fünf Millionen Dollar Lösegeld für das Paar erhalten. Im vergangenen Jahr ermordeten sie zwei kanadische Geiseln, weil ihre Lösegeldforderungen nicht erfüllt worden waren.

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