Ex-Präsident Peres warnte seine Landsleute, dass die "Zeit gegen uns" laufe.

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Nahost
11/02/2014

Peres kritisiert fehlenden Friedenswillen Israels

"Wo ist die israelische Friedensinitiative?", fragte der Ex-Präsident auf einer Gedenkveranstaltung für Yitzhak Rabin.

Der israelische Ex-Präsident Shimon Peres hat der eigenen Regierung indirekt fehlenden Friedenswillen vorgeworfen. Wer dem Friedensprozess entsage, lebe "in einer Illusion" und sei "kein Patriot", sagte Peres am Samstag in Tel Aviv bei einer Gedenkveranstaltung für den 1995 ermordeten Regierungschef Yitzhak Rabin, der 1993 mit Palästinenserführer Yasser Arafat zu einem historischen Handschlag auf dem Rasen des Weißen Hauses in Washington zusammengekommen war.

Peres: "Es ist eine Schande, dass die einzige Friedensinitiative eine arabische Initiative war"

"Es ist eine Schande, dass die einzige Friedensinitiative eine arabische Initiative war. Wo ist die israelische Friedensinitiative?", fragte Peres und warnte zugleich davor, dass die "Zeit gegen uns" läuft. Peres bezog sich auf die saudi-arabische Friedensinitiative von 2002. Diese sah vor, dass Israel sich komplett aus den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem, zurückziehen sollte. Im Gegenzug sollten die arabischen Staaten ihre Beziehungen mit Israel normalisieren. Derzeit liegt der Friedensprozess auf Eis.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern haben in jüngster Zeit sogar eher zugenommen. In Ostjerusalem gab es in den vergangenen Tagen schwere Zusammenstöße, nachdem der jüdische Ultranationalist Yehuda Glick in Jerusalem angeschossen und der mutmaßliche palästinensische Schütze von der Polizei getötet worden war.

Grenzübergänge zu Gazastreifen geschlossen

Am Sonntag schloß Israel als Reaktion auf einen Beschuss aus dem Gazastreifen die Grenze zu dem Küstenstreifen bis auf Weiteres. Die Behörden in Gaza bestätigten am Samstagabend einen entsprechenden Bericht der Zeitung Haaretz.

Israel habe die Verbindungsstelle in Gaza informiert, dass die Grenzübergänge Kerem Schalom und Erez ab Sonntag geschlossen seien. Nur in humanitären Notfällen sei eine Ausreise über den Erez-Grenzübergang möglich, heißt es in dem Bericht.

Angriff auf Israel

In der Nacht zum Samstag hatte die israelische Armee ein Geschoss gesichtet, das aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert worden war. Es sei unklar, ob es sich dabei um eine Rakete oder eine Mörsergranate gehandelt habe, sagte eine Armeesprecherin. Die israelische Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Es ist der zweite Angriff aus dem Gazastreifen seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und den Palästinensern Ende August: Im September war bereits eine Mörsergranate auf Israel abgefeuert worden.

Israel und die Palästinenser hatten sich Ende August nach einem 50-tägigen Krieg auf eine unbefristete Waffenruhe geeinigt. Mitte Oktober waren erstmals wieder Baumaterialien für den Wiederaufbau des Küstenstreifens aus Israel nach Gaza gebracht worden.

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