Franziskus warnte in seiner Weihnachtsbotschaft vor "Globalisierung der Gleichgültigkeit".

© APA/EPA/ALESSANDRO DI MEO

Urbi et Orbi
12/25/2014

Papst rief zu Frieden in aller Welt auf

Weihnachtssegen: Mit Blick auf die Ukraine bat der Papst um "Versöhnung und Brüderlichkeit". Zwischenfall: Femen-Aktivistin protestierte barbusig am Petersplatz.

Seine grundsätzlichen Gedanken zu Weihnachten hat Franziskus schon geäußert, lange bevor er gestern Nacht den Weg in die Christmette antrat. "Die Freude von Weihnachten liegt nicht im Konsumdenken", erinnerte Papst Franziskus die Gläubigen einer römischen Pfarre. Beten, Dankbarkeit und die Frage, wie man Leidenden helfen könne, ließen, so der Pontifex, echte Weihnachtsstimmung zu. "Sonst erlebt man das Fest nur voll Stress: Mir fehlt ja noch dieses Geschenk, mir fehlt ja noch das."

"Urbi et Orbi"

Für Papst Franziskus ist es die arbeitsintensivste Zeit im Jahr: Da war die Christmette am Heiligen Abend erst der Auftakt. In seiner Weihnachtsbotschaft heute Mittag ("Urbi et Orbi" - siehe Bilder) gedachte der Papst aller leidenden, verfolgten und bedürftigen Menschen in Konflikt- und Notstandsgebieten auf dem gesamten Globus. "Wir kommen jedes Jahr zu Weihnachten nach Rom und bleiben bis nach Silvester hier", freut sich eine deutsche Pilgerin auf dem Petersplatz. Die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz stammt heuer aus Verona. Franziskus weihte sie gemeinsam mit der Erleuchtung des Weihnachtsbaumes am Nachmittag des 19. Dezember ein. Bereits Anfang Dezember wurde die 25 Meter hohe Edeltanne mit zwei miteinander verwachsenen Stämmen aus Kalabrien nach Rom transportiert.

Papst rief zu Frieden in der Welt auf

VATICAN RELIGION URBI ET ORBI

A boy listens to Pope Francis delivering his "Urbi…

VATICAN RELIGION URBI ET ORBI

Pope Francis delivers a "Urbi et Orbi" message fro

Pope Francis delivers his "Urbi et Orbi" (to the c…

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Pope Francis looks down as he delivers his "Urbi e…

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VATICAN RELIGION URBI ET ORBI

Nach dem Weihnachtssegen des Papstes kam es auf dem Petersplatz zu einem Zwischenfall: Eine Aktivistin der Feministinnen-Gruppe Femen protestierte barbusig gegen die römisch-katholische Kirche - mehr dazu lesen Sie hier.

Wenig Privates

Wie Franziskus neben dem dichten offiziellen Programm seine Weihnachtstage verbringt, ist selbst Vatikan-Insidern ein Rätsel. Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein gesteht: "Ich kenne die persönlichen Gepflogenheiten von Papst Franziskus zu Weihnachten nicht. Wir wissen, dass er ein Mann des Gebets ist. Das zeigt er jeden Tag. Ich denke also, dass er sich zu Weihnachten noch mehr Zeit für das Gebet nimmt."

Franziskus wird schlicht und ohne Luxus – wie bereits im Vorjahr – feiern und spontan entscheiden. In seinem einfach eingerichteten Apartment im Gästehaus Santa Marta hängt ein Adventskranz, ein Christbaum steht nur im Gemeinschaftsraum. Ob auch heuer wieder ein gemeinsames Mittagessen mit seinem Vorgänger Papst Benedikt XVI. am 27. Dezember stattfindet, ist noch offen. "Benedikt hat in der Zwischenzeit Probleme beim Gehen. Dadurch wird es möglicherweise schwierig sein, das Essen zu wiederholen. Ich hoffe aber, dass Papst Franziskus sich ein bisschen Zeit nimmt, um Papst Benedikt zu besuchen, der sich darüber sehr freuen wird", erklärte Gänswein.

Dass Joseph Ratzinger auf klassische Weihnachten großen Wert legt, ist bekannt. Er feiert im kleinen Kreis, tauscht Geschenke aus, genießt Weihnachtsbäckerei und singt Weihnachtslieder – darunter sein Lieblingslied "Stille Nacht". Kekse und Stollen, Bienenwachskerzen und Christbaum wurden auch heuer – wie seit 30 Jahren – von einem Münchener Bankier persönlich in das vatikanische Kloster Mater Ecclesiae geliefert, wo Benedikt zurückgezogen lebt.

Gegen Menschenhandel

An Silvester wird Papst Franziskus am Nachmittag im Petersdom einen Vesper-Gottesdienst mit der Danksagung "Te Deum" zelebrieren. Ein weiterer liturgischer Höhepunkt steht Neujahr bevor: Papst Franziskus leitet die Festmesse anlässlich des Weltfriedenstages. In einer Botschaft vorab appellierte das Oberhaupt der katholischen Kirche für ein gemeinsames Vorgehen gegen modernen Menschenhandel. Am Dreikönigsfest geht mit einer Messe das dichte Weihnachts- und Neujahrsprogramm zu Ende. Danach heißt es für Franziskus Kräfte sammeln. Bereits eine Woche später, am 12. Jänner, bricht er zu einer achttägigen Reise nach Sri Lanka und auf die Philippinen auf.

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