Politik | Ausland
29.05.2017

Papst empfing Kanadas Premier Trudeau

Klimawandel, das Zusammenleben religiöser und ethnischer Gruppen und die Flüchtlingsfrage im Mittelpunkt des Gesprächs.

Kanadas Regierungschef Justin Trudeau (45) ist am Montag von Papst Franziskus in Privataudienz empfangen worden. 36 Minuten lang unterhielt sich Trudeau mit dem Kirchenoberhaupt. Klimawandel, das Zusammenleben religiöser und ethnischer Gruppen und die Flüchtlingsfrage standen nach Angaben italienischer Medien im Mittelpunkt des Gesprächs.

Vorgänger trafen sich auch schon

Es ist das erste Mal, dass der seit November 2015 amtierende kanadische Premierminister von Papst Franziskus empfangen wird. Trudeau war bereits 1980 als Kind mit seinem Vater Pierre von Papst Johannes Paul II. empfangen worden. Pierre Trudeau war damals kanadischer Premierminister. Trudeau, der in Begleitung seiner Frau Sophie den Papst im Vatikan besuchte, lud den Pontifex zu einem Besuch in Kanada ein. Der Regierungschef ist selbst katholischen Glaubens, weicht jedoch in seiner Politik in mehreren Punkten von der Lehre der katholischen Kirche ab, insbesondere durch seine entschlossene Befürwortung der Abtreibung.

Zu Besuch in Amatrice

Am Sonntag hatte Trudeau bereits die im vergangenen Jahr von einem Erdbeben verwüstete italienische Stadt Amatrice besucht. Er traf Überlebende der Katastrophe und machte einen Rundgang durch die Trümmer. Es sei "eine Geste der Solidarität und Freundschaft", sagte der Politiker.

Bei dem Erdbeben im August waren in Amatrice fast 300 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück löste in Kanada eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Jeder 20. Bürger des nordamerikanischen Landes ist nach amtlichen Zensusdaten in Italien geboren oder italienischer Abstammung.