Politik | Ausland
16.01.2018

Papst: "Scham" angesichts von Missbrauch

Franziskus begann seinen sechsten Lateinamerika-Besuch in Chile. Sein Heimatland Argentinien steht wieder nicht auf dem Reiseplan.

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Chile sein Mitgefühl mit den Missbrauchsopfern in der katholischen Kirche geäußert. Er empfinde "Schmerz" und "Scham", wenn er an den "irreparablen Schaden" denke, der "diesen Kindern" durch Kirchenfunktionäre zugefügt worden sei, sagte Franziskus am Dienstag in Santiago de Chile. Eine Entschuldigung sei angemessen.

Die Kirche müsse sich darum bemühen, dass "sich das nicht wiederholt". Auch in Chile sieht sich die Kirche mit Skandalen um sexuellen Missbrauch konfrontiert. Der Papst muss daher mit Protesten von Opferhilfegruppen rechnen. Ein Schwerpunkt des einwöchigen Besuchs in Chile und Peru liegt auf Begegnungen des katholischen Kirchenoberhaupts mit den Nachfahren der Ureinwohner. Am Dienstag traf Franziskus zunächst Chiles scheidende Präsidentin Michelle Bachelet sowie Priester, Bischöfe und Ordensleute.

Am Mittwoch reist Franziskus in die südchilenische Region La Araucania, die Heimat der Mapuche. Der 81-jährige Argentinier will dort eine Delegation der Indigenen treffen, die sich seit Jahren zum Teil mit Gewalt gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihrer angestammten Gebiete wehren. Zu einem Gottesdienst auf einem Luftwaffenstützpunkt in Temuco werden etwa 400.000 Gläubige erwartet.

Noch nie als Papst in Argentinien

Die zweite Station seiner Lateinamerikareise führt den Papst am Donnerstag nach Peru. Es ist bereits der sechste Besuch des Papstes in Lateinamerika. Während dieser Reisen machte Franziskus in Brasilien, Ecuador, Bolivien, Kuba, Mexiko, Paraguay und Kolumbien Station; in seiner Heimat Argentinien war er hingegen bisher noch nicht. Auch seine sechste Lateinamerikareise führt den Papst nicht nach Argentinien.