Hamas chief Khaled Meshaal gestures to the crowd during a rally marking the 25th anniversary of the founding of Hamas, in Gaza City December 8, 2012. Meshaal, making his first ever visit to the Gaza Strip, vowed on Saturday never to recognise Israel and said his Islamist group would never abandon its claim to all Israeli territory. REUTERS/Ahmed Jadallah (GAZA - Tags: POLITICS ANNIVERSARY CIVIL UNREST)

© Reuters/AHMED JADALLAH

Jubiläumsfeier der Hamas
12/08/2012

"Palästina: Vom Mittelmeer bis zum Jordan"

Hunderttausende bejubeln Hamas-Exilchef Meshaal in Gaza. In seiner Rede erteilte er jeglichen Kompromissen eine rigorose Absage.

Der Chef der islamistischen Hamas, Khaled Meshaal, ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten in die Palästinensergebiete gereist und dort frenetisch empfangen worden. Der 56-Jährige war am Freitag über einen ägyptischen Grenzübergang im Gazastreifen angekommen und hatte sich zunächst für ein Dankesgebiet niedergekniet, bevor er von den Vertretern Dutzender Palästinenser-Gruppen begrüßt wurde.

Höhepunkt der Reise war eine Massenkundgebung am Samstag in Gaza-Stadt. Die Hamas feierte damit ihr 25-jähriges Bestehen und den Ausgang des jüngsten Konflikts mit Israel, den sie als Sieg darstellt. Hunderttausende Anhänger der palästinensischen Bewegung kamen mit grünen Fahnen und anderen Emblemen der Hamas unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Katiba-Platz zusammen.

"Palästina - vom Mittelmeer bis zum Jordan"

In seiner mit Spannung erwarteten Rede erteilte Meshaal jeglichen Zugeständnissen bei Verhandlungen über das Gebiet eines Palästinenserstaates eine Absage. "Palästina ist vom Mittelmeer bis zum Jordan und vom Norden bis zum Süden unser Land und unsere Nation", sagte Meshaal. "Wir können keinen Zollbreit und keinen Teil davon abgeben. Wir können außerdem weder die Legitimität der Besetzung Palästinas noch Israel selbst anerkennen".

"Früher oder später wird Palästina wieder uns gehören und niemals den Zionisten (Israel) überlassen werden", fügte Mashaal hinzu. Zuvor war er zur Überraschung der Zuschauer einer auf dem Podium aufgebauten Raketenattrappe entstiegen. 

"Gaza zu besuchen ist wie meine dritte Wiedergeburt", sagte der 56-Jährige, der im Alter von elf Jahren mit seinen Eltern vor den Israelis aus dem Westjordanland, wo er geboren wurde, geflohen war. Als zweite Geburt nannte er am Vortag einen knapp überstandenen israelischen Attentatsversuch: "Ich hoffe, dass ich meine vierte Wiedergeburt habe, wenn wir ganz Palästina befreit haben".

Im zweiten Teil seiner Rede lobte Mashaal ausdrücklich die vom palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas gegen den Widerstand Israels und der USA durchgesetzte Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat. "Wir erachten seinen UN-Antrag auf Anerkennung eines Staates (Palästina) als kleinen, aber sehr wichtigen Schritt, die Rechte des palästinensischen Volkes durchzusetzen", betonte der Hamas-Exil-Chef. Abbas und seine im Westjordanland regierende Fatah haben Israels Existenzrecht in den Grenzen von vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 anerkannt und damit auf große Teile Palästinas verzichtet, die Mashaal beansprucht.

Versöhnung mit Fatah

Der Hamas-Chef sprach sich für eine rasche Versöhnung der seit der blutigen Vertreibung der Fatah durch die Hamas aus dem Gazastreifen 2007 verfeindeten Organisationen aus. Ägypten stehe Hilfe stellend bereit. "Es ist Zeit, die Zeit der Trennung hinter uns zu lassen und ein neues Kapitel palästinensischer Einheit aufzuschlagen", sagte er. Für die Hamas sei der Zwist zwischen beiden Gruppen eine Katastrophe: "Von dieser Stelle aus sage ich, dass die Versöhnung das Ziel der Hamas ist

Meshaals Besuch wird als ein Zeichen für die neue Stärke der Hamas gesehen, deren Gründungscharta die Vernichtung Israels verlangt und die im Westen und von Israel als Terrorgruppe eingestuft wird. 

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