Politik | Ausland
17.01.2018

Weitere Gespräche zwischen Süd- und Nordkorea

Die beiden verfeindeten Staaten sprechen am Mittwoch über einen gemeinsamen Auftritt bei den Eröffnungs- und Schlussfeiern der Olympischen Winterspiele. Indes wird in Vancouver über neue Sanktionen gegen Nordkorea debattiert.

Knapp drei Wochen vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang setzen beide koreanischen Staaten ihre Gespräche über die Teilnahme Nordkoreas an dem Großereignis fort. Delegationen beider Länder kamen dazu am Mittwoch im Grenzort Panmunjom zusammen, wie südkoreanische Sender berichteten.

Es wurde erwartet, dass beide Seiten unter anderem über den Vorschlag Südkoreas beraten, dass Athleten beider Länder gemeinsam bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Spiele marschieren sollten.

Die Gespräche waren das zweite Treffen auf Arbeitsebene, die nach der Einigung über die Zusammenarbeit bei den Winterspielen zwischen dem 9. und 25. Februar in der grenznahen südkoreanischen Provinz Gangwon stattfanden. Bereits am Montag hatte Nordkorea zugesagt, ein großes Orchester für das kulturelle Rahmenprogramm zu schicken.

Verbesserung der Beziehungen

Die beiden Länder hatten sich am Dienstag der vergangenen Woche bei ihren ersten offiziellen Gesprächen seit zwei Jahren auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer angespannten Beziehungen verständigt. Dazu gehörte auch die Zusage Nordkoreas, eine ranghohe Regierungsabordnung, Sportler, eine Fangruppe, Künstler und Reporter zu Olympia zu entsenden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will am Samstag in Lausanne mit beiden Ländern über ihre geplante Zusammenarbeit in Pyeongchang reden.

Die jüngsten Signale der Annäherung zwischen beiden Koreas haben die Angst vor einer Eskalation des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm kurz vor Beginn der Winterspiele erheblich verringert.

Tillerson stellt weitere Sanktionen in Aussicht

US-Außenminister Rex Tillerson will indes die Sanktionsschraube gegen Nordkorea im Fall weiterer Atom-und Raketentests noch fester ziehen. "Unsere Diplomaten in New York werden weiter auf mehr Sanktionen drängen, wenn es zu weiteren Provokationen kommt", sagte Tillerson beim Ministertreffen im kanadischen Vancouver am Dienstag. Vor allem Russland und China müssten bereits bestehende Sanktionen umsetzen. Ziel sei die "vollständige, nachweisbare und unumkehrbare Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel".

Die Teilnehmer des Treffens hätten sich darauf geeinigt, einseitige Sanktionen und weitere diplomatische Schritte in Erwägung zu ziehen, die über die vom UNO-Sicherheitsrat bereits verhängten Sanktionen hinausgingen, teilten die Gastgeber USA und Kanada am Dienstag mit.

Außenminister aus 20 Ländern versammelten sich, um über weitere Strafmaßnahmen, diplomatische Mittel und nukleare Abrüstung im Nordkorea-Konflikt zu sprechen. Russland und China - zwei der wichtigsten Handelspartner Pjöngjangs - waren zu dem zweitägigen Treffen nicht geladen. Am Mittwoch wollen die Minister ihre Gespräche in Vancouver fortsetzen.