Politik | Ausland 05.12.2011

Öl-Boykott ist eine langsam wirkende Waffe

Die EU-Außenminister verhängten am Freitag ein Ölembargo gegen Syrien.

Für die syrische Wirtschaft ist der Boykott ein harter Schlag, der aber erst zeitversetzt Wirkung zeigen wird. 96 Prozent des syrischen Öls wurden bisher nach Europa verkauft - v.a. nach Italien, Frankreich, die Niederlande, Spanien und Deutschland. Das Öl sorgte für etwa die Hälfte der Staatseinnahmen.

Reserven

Nach dem Totalausfall des Tourismus durch die blutigen Proteste - auch gestern erschoss die Polizei mindestens sieben Demonstranten - wird der Ölboykott bald zu einem Mangel an harten Devisen führen. Das Regime kann anfangs auf Reserven zurückgreifen, irgendwann aber droht die Zahlungsnot.

Präsident Assad hat zwar gesagt, es gebe auch andere Interessenten für sein Öl. Doch um den Export etwa nach China und Indien umzulenken, braucht Syrien für die Abwicklung Banken und Reedereien, die westliche Sanktionen nicht fürchten.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011