Politik | Ausland
05.05.2017

Nordkorea: USA und Südkorea wollten Kim töten

Das Regime behauptet, die Geheimdienste beider Staaten hätten ein Mordkomplott gegen Diktator Kim Jong-Un mit einer "bio-chemischen Substanz" geplant. Nordkorea spicht von "Kriegserklärung".

Die USA erhöhen seit einiger Zeit den Druck auf Nordkorea, damit es sein Atomprogramm aufgibt. Zuletzt drohte Washington auch damit, Pjöngjang wieder auf eine Liste von terrorfördernden Staaten zu setzen. Jetzt beschuldigt Pjöngjang die USA eines terroristischen Komplotts gegen den Machthaber.

Die kommunistische Regierung Nordkoreas hat die Geheimdienste der USA und Südkoreas des Mordkomplotts gegen den Machthaber Kim Jong-un beschuldigt. Es sei eine "abscheuliche Terroristengruppe" eingeschleust worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Beide Geheimdienste hätten demnach einen Nordkoreaner namens Kim bestochen und in einen Terroristen verwandelt. Er hätte mit Hilfe einer "bio-chemischen Substanz" Anschläge verüben sollen. Im vergangenen Jahr habe Südkorea "Satellitenkontakt" mit dem Agenten in Pjöngjang aufgenommen. Die "US-Imperialisten" und Südkorea hätten damit "eine Grenze überschritten": Die Gruppe sei vor kurzem aufgespürt und "alle in den scheußlichen staatlich gestützten Terrorismus verwickelte Schurken" ausgelöscht worden. Die Erklärung wurde von den Staatsmedien veröffentlicht.

Das Staatssicherheits-Ministerium in Pjöngjang bezeichnete die CIA und Südkoreas Geheimdienst selber als Terroristengruppen und drohte, Nordkorea werde sie bei einem "Anti-Terror-Angriff" zerstören. Zum Komplott gegen Kim habe die Verwendung "biochemischer Substanzen einschließlich eines radioaktiven Stoffes und giftiger Nano-Substanzen" gehört. Kim habe bei einem öffentlichen Auftritt in Pjöngjang getroffen werden sollen.

Nordkorea spicht von "Kriegserklärung"

"Wir werden die Terroristen der US-CIA und der Marionetten-IS (Aufklärungsdienst) in Südkorea bis zum letzten Mann aufspüren und gnadenlos zerstören", hieß es. Die Anschlagspläne kämen einer Kriegserklärung gleich. Aus der Erklärung ging nicht hervor, wie der angebliche Komplott aufgedeckt wurde.

Nordkoreas Regierung wird selbst verdächtigt, hinter dem Giftmord am Halbbruder von Machthaber Kim, Kim Jong-nam, im Februar in Malaysia zu stecken. Eine Vietnamesin und eine Indonesierin stehen dort wegen des Vorwurfs vor Gericht, Kim Jong-nam im Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX getötet zu haben. Pjöngjang hatte Vorwürfe zurückgewiesen, mit dem Anschlag etwas zu tun zu haben.

Druck auf Nordkorea steigt

Die atomaren Ambitionen Nordkoreas sorgen derzeit international für Verärgerung. Machthaber Kim Jong-un hatte jüngst sowohl Japan, Südkorea als auch den USA mit einem Angriff gedroht. US-Präsident Donald Trump bemüht sich seit Beginn seiner Präsidentschaft, den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen. Seine Regierung schließt auch ein militärisches Vorgehen gegen Nordkorea nicht aus. US-Außenminister Rex Tillerson hatte vor zwei Wochen damit gedroht, die USA könnten Nordkorea wieder auf eine schwarze Liste mit Staaten setzen, die den Terrorismus finanzierten. Kurz zuvor hatte Nordkorea erneut entgegen UNO-Verbotsresolutionen eine Testrakete gestartet, die allerdings kurz nach dem Start explodierte.

Die US-Regierung hatte Nordkorea 2008 von der Liste gestrichen. Die Aufnahme hatte davor als eine der wirksamsten Sanktionen gegen die international isolierte Führung in Pjöngjang gegolten.

UNO besorgt über Nordkoreas Fortschritte bei Atomprogramm

Die IAEA habe zwar seit dem Jahr 2009 keine Inspekteure mehr in Nordkorea, überwache die Entwicklung des nordkoreanischen Atomprogramms aber mit Satellitenbildern, sagte der Japaner. So sei festgestellt worden, dass sich die Größe eines Geländes, auf dem ein US-Wissenschaftler bei einem Besuch im Jahr 2010 eine Anreicherungsanlage gesehen habe, verdoppelt habe. Die Nordkoreaner hätten um die Anreicherungsanlage herum weitere Anlagen gebaut hätten, was besorgniserregend sei.

Ungeachtet der seit Jahren geltenden Sanktionen gegen das Land betreibe Nordkorea "einen großen Aufwand", um die Ausrüstung aus anderen Ländern zu beschaffen, "und sie haben selbst ziemlich fortgeschrittene Technologie", fügte Amano hinzu. Um die Nuklear-Aktivitäten ganz genau nachvollziehen zu können, sei aber die Anwesenheit von Inspekteuren unverzichtbar.

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Das stalinistisch regierte Land nimmt auch immer wieder Raketentests vor und verstößt damit gegen UNO-Resolutionen.