Nordkoreanische Testrakete (Archivbild)

© EPA/KCNA/HANDOUT

Konflikt
04/01/2016

Nordkorea feuert weitere Kurzstreckenrakete ab

Südkorea beschwert sich über Störsignale. Atomgipfel berät Causa Nordkorea.

Kim Jong Un lässt weiter seine Muskeln spielen: Nordkorea hat erneut eine Kurzstreckenrakete abgefeuert. Die Rakete sei am Freitag in Sondok an der Ostküste des Landes abgeschossen worden, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, flog die Rakete hundert Kilometer weit und stürzte dann ins Japanische Meer.

Pjöngjang hatte in den vergangenen Wochen trotz eines internationalen Verbots mehrfach Raketen abgefeuert. Der Raketentest am Freitag erfolgte, während in Washington über das nordkoreanische Atomprogramm beraten wurde.

Atomgipfel in Washington

US-Präsident Barack Obama kam vor dem offiziellen Beginn eines Atomgipfels mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zusammen. Auch eine Unterredung mit Chinas Präsident Xi Jinping drehte sich um Nordkorea.

Nach dem Gespräch mit Park und Abe sagte Obama, es sei wichtig, dass die internationale Gemeinschaft die gegen Nordkorea verhängten scharfen UN-Sanktionen auch umsetze. Pjöngjang müsse von seinen Provokationen abgehalten werden. Nach seiner Unterredung mit Chinas Präsident Xi sagte Obama, beide seien fest entschlossen, eine "Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel" und die Anwendung der UN-Sanktionen zu erreichen.

Nordkorea hatte im Januar seinen vierten Atomwaffentest seit dem Jahr 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekanntgegeben. Seither folgten mehrere weitere Raketentests, die ebenfalls gegen UN-Resolutionen verstießen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss Anfang März die bislang schärfsten Sanktionen gegen das abgeschottete kommunistische Land.

Kim Jong Un plant neuen Atomwaffentest

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un kündigte trotzdem an, "in Kürze" einen neuen Atomwaffentest vorzunehmen. Er drohte zudem mit einem präventiven Atomschlag.

Schiffe und Flugzeuge von Störsignalen betroffen

Am Freitag beschwerte sich Südkorea zudem über nordkoreanische Angriffe auf das Satellitenortungssystem GPS. Nach Angaben des Wiedervereinigungsministeriums in Seoul waren Flugzeuge und Schiffe von den Störsignalen betroffen. Wie Yonhap unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, mussten am Freitagmorgen rund 70 Fischerboote wegen Problemen mit ihren Navigationssystemen in die Häfen zurückkehren.

Hintergrund der jüngsten Eskalation ist offenbar das jährlich stattfindende gemeinsame Militärmanöver Südkoreas mit den USA. An der seit Anfang März laufenden knapp zweimonatigen Übung beteiligen sich mit 300.000 südkoreanischen und 17.000 US-Soldaten diesmal so viele Soldaten wie noch nie.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare